Stadtrat will Cork burka-frei

19. August 2011 | Von | Kategorie: Cork, Gesellschaft, Politik

Mit seinem Vorstoß Burkas und Kapuzenpullover zu verbieten hat der ehemalige Bürgermeister und derzeitige Stadtrat von Cork Joe O’Callaghan sich im Sommerloch Aufmerksamkeit verschafft und eine Diskussion um Vermummung in der Öffentlichkeit angestoßen. Der Kapuzenpullover stößt dem Fine Gael-Politiker seit den Unruhen in England sauer auf.

Randalierende Jugendliche, die randalierend durch englische Städte zogen und ihre Identitäten neben Tüchern und Sonnenbrillen vor allem hinter den Kapuzen ihrer auch als “Hoodies” bekannten Kapuzenpullover verbargen, haben Joe O’Callaghan in seinem Bestreben bestärkt, ein vollständiges Verbot der Hoodies anzustreben. “Es ist mir klar, dass Kapuzen nützlich sein können, etwa wenn es regnet. Aber sie wirken vor allem auf ältere Mitbürger auch einschüchternd. Und wenn Jugendliche von der Polizei nichts zu befürchten haben, müssen sie auch ihre Gesichter nicht verstecken.”

Doch vor allem hat es O’Callaghan auf ein anderes verhüllendes Kleidungsstück abgesehen – die Burka. In Frankreich und Belgien gelten bereits Verbote und nun wäre es höchste Zeit für Irland nachzuziehen. So lautet seine Meinung, weshalb er den Stadtrat von Cork dazu bringen will, einen entsprechenden Antrag an das Justizministerium zu richten.

“Es ist ein Affront, dass Frauen sich auch in unserer Zeit mit so einem Tuch verhüllen. Das passt nicht zu unserer modernen Gesellschaft und ist außerdem ein Sicherheitsproblem”, so O’Callaghan.

Unterstützung bekommt O’Callaghan für seinen Vorstoß ausgerechnet aus dem muslimischen Lager. Mahoud Shalada, stellvertretender Präsident der Muslim Society pflichtet dem Stadtrat bei, dass Burkas, die das Gesicht einer Frau vollständig verdeckten, in einem modernen Staat fehl am Platze seien. Seine Frau trage lediglich den Hijab (Kopftuch, Anm. d. Red.), der zwar die Haare der Frau bedeckten, es aber zuließen, die Person zu erkennen.

James Doorley, stellvertretender Direktor des National Youth Council of Ireland bezeichnete O’Callaghans Aussagen als “populistische Reflexe” und “dumme Versuche, in die Schlagzeilen zu gelangen”. Seine Vorschläge seien weder hilfreich noch nützlich, sagte Doorley und verwies darauf, dass der größte Teil der Hoodie-Träger sich gesetzestreu verhalte. Außerdem würden auch viele Bürger jenseits der 30 und 40 auf dieses Kleidungsstück zurückgreifen.

Der Vorsitzende des Immigrant Council of Ireland, John Cunningham zeigte sich überrascht, dass die Burka-Diskussion ausgerechnet im Zuge der englischen Randale aufgekommen sei. “Das Immigrant Council begrüßt jede offene und öffentliche Diskussion über Kulturen und Verschiedenheit, die Umstände und Inhalte dieses Vorschlags sind in dieser Diskussion allerdings alles andere als hilfreich”, so Cunningham.

via irishexaminer.com
Bildnachweis: flickr.com / niomix2008 (CC-Lizenz)

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