Radlerclub “cycling.ie” gegen Radwege

25. August 2011 | Von | Kategorie: Verkehr

Ein Fahrrad-Club setzt sich gegen Radwege ein? Ja, in Irland schon: Der nationale Radlerclub Irlands, “Cycling.ie”, stellt sich gegen ein geplantes Netz von Radwegen entlang von Strassenrändern. Die Regierung möchte ein Vier-Millionen-Euro-Programm auflegen, das in bis zu zehn Counties verwirklicht werde solle. Cycling.ie behauptet, solche Fahrradstreifen würden die Situation der Radler nur “verschlimmbessern”.

Die Fahrrad-Lobby Cycling.ie möchte die Planungen, die letzten Monat von Verkehrsminister Alan Kelly vorgestellt wurden, fürs Erste anhalten. Es solle zunächst eine neue Bewertung von Kosten und Nutzen und der Sicherheit auf diesen Radspuren geben. Während der Verkehrsminister seine Pläne auf die Kritik hin verteidigte, warf ihm der Vorsitzende des Radlerclubs, Dr. Mike McKillen, vor, die wahren Bedürfnisse der Fahrradfahrer zu ignorieren.

Dr. McKillen kritisiert den geplanten Bau von Fahrradwegen entlang der Strassenränder: “Das ist doch nichts weiter als ein Arbeits-Beschaffungs-Massnahme, die schlicht unser viel wichtigeres Ziel untergräbt: Wir brauchen ein besseres Miteinander von Kraftfahrzeugen und Fahrrädern auf unseren Strassen.” Er sagte auch, Mitglieder des Clubs hätten der Regierung schon mehrere Alternativ-Vorschläge angeboten.

Speziell auf den Plan eines 54km langen Radwegs entlang der N7, zwischen Nenagh und Limerick, angesprochen, der 880.000 Euro kosten solle, sagte Dr. McKillen: “Das hilft nur den Baufirmen, nicht den Radlern. Was ist falsch daran, weiterhin am Strassenrand Fahrrad zu fahren, so wie bisher auch? Warum sollen wir soviel Geld unnütz ausgeben?”

Der Minister verteidigt jedoch seine Initiative. Auf ausdrücklichen Wunsch der Mitglieder von Cyclist.ie würde er sich mit ihnen zusammensetzen und ihre Meinung hören. Aber, so fügte er hinzu: “Diese öffentlichen Kommentare finde ich unfair.”

Ob Cycling.ie allerdings ein Kampagne für faires Autofahren für billiger und erfolgversprechender hält, als die Streitparteien baulich von einander zu trennen, blieb fürs Erste ungeklärt. Ihr Optimismus, ein friedvolles Miteinander auf (Irlands) Strassen sei erreichbar, erinnert jedenfalls an tragische Helden der griechischen Antike.

via: irishexaminer.com

Bildnachweis: flickr (by .ms)

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