Neuer Hunger in Irland?

29. August 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft

Irische Familien hungern wieder. Doch im Unterschied zur grossen Hungersnot des späten 19. Jahrhunderts liegt es nicht am mangelnden Nahrungsmittelangebot. Ein Leserbrief an die “Irish Times” hat enthüllt, dass in Irland heutzutage für Hypotheken-Raten gehungert wird.

Der Leserbriefschreiber, der sich als MP Mac Domhnail aus Tralee ausgibt, machte die ganze Not seiner Familie öffentlich: Die Raten für eine rund 82.000 Euro hohe Hypothek fressen ihnen die wortwörtlich die Haare vom Kopf – für die Familie bleiben nur Brot und Frühstücksflocken. Er schrieb von “Angst und Schmerz”, während die Familie von seinen rund 690 Euro Arbeitslosengeld leben und die Raten zahlen solle.

Der “Sunday Indepedent” berichtete, dass solche Fälle keinesfalls die Ausnahme seien. Die Rufe nach einem Schuldenerlass würden in dem Masse lauter, in dem diese Fälle zunähmen. Laut der Zeitung seien derzeit circa 60.000 Iren im Rückstand mit ihren Hypotheken.

Wirtschaftswissenschaftler Morgan Kelly, der den Niedergang des “keltischen Tigers” vorhergesagt hatte, sagte dem Independent, der irische Staat müsse sich bewegen und Schuldenerlass auf seine Tagesordnung setzen: Das Ziel eines Schuldenerlasses ist ja nicht einfach, die Konten auszugleichen, sondern, viel wichtiger, sich mit dem Problem zu befassen, dass viele Kleinschuldner Haus und Hof ihrer Familien verlieren könnten. ”

Kelly sagte weiter: “Man muss die gefährdeten Schuldner erkennen und ihnen helfen, ihre Raten auf ein erträgliches Mass zu reduzieren. Im Fall von Arbeitslosen könnte man die Betroffenen ihre Häuser vermieten, etwa in Sinne des sozialen Wohnungsbaushttp://www.gaelnet.de/wp-admin/post.php?post=5807&action=edit. Die Gesellschaft würde sich dadurch hohe Verluste ersparen, die durch Notverkäufe kämen und gleichzeitig dem Kummer dieser Mitbürger beenden.” Sicherlich müssten auch einige Familien billigeren Wohnraum suchen, aber laut Kelly sei das sie absolute Minderheit.

Anmerkung, 29.08.2011:
Bernd Biege, der im Gegensatz zu uns seinen Wohnsitz auf der grünen Insel hat und somit auch über einen tieferen Einblick in das Sozialsystem Irlands hat, verweist die hier aufgeführte Geschichte ins Reich der Legende. In seinem Blog Irland Inside schreibt er…

Da ist also der Familienvater, der eine Mortgage von € 780 hat und das mit € 1.032 auffängt. Zusammengesetzt aus seiner wöchentlichen Stütze von € 188 und dem Kindergeld von € 280. Also € 1.032 im Monat. Was schonmal nicht stimmt … der Monat hat 4,3 Wochen, also bekommt der Leserbriefschreiber immerhin schon einmal € 1.088.

Korinthenkacker? Ich kann noch mehr … die Ehefrau, laut dem Leserbrief nicht verdienend (“he has always been the sole earner“) gilt somit als Qualifying Adult und sollte pro Woche € 124,80 bekommen. Damit hätten wir dann € 1.625 im Monat. Netto. Und somit fast 850 Euro nach Zahlung der Mortgage über.

[...] wenn der Fall MP Mac Domhnaill korrekt geschildert ist, dann braucht die Famile nicht unser Mitleid.
Sie braucht eine kurze Beratung, welche Gelder ihr noch zustehen.

Soweit der Kommentar von Bernd Biege. Inwieweit seine Ausführungen zutreffen, können wir aus unserer Warte nicht beurteilen, wir wollten unseren Lesern diese Perspektive jedoch nicht vorenthalten, zeigt sie doch die mögliche andere Seite der Medaille.

via: irishcentral.com
Bildnachweis: flickr.com / woodliwonderworks

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Ein Kommentar auf "Neuer Hunger in Irland?"

  1. [...] tut es Gaelnet in einem luschig übersetzten Artikel aus dritter Hand. Zum einen werden da aus tausend Dollar flugs tausend Euro, zum anderen macht man sich weniger [...]

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