“Bloody Sunday”-Opfer werden entschädigt

22. September 2011 | Von | Kategorie: Nordirland, Politik, Recht

Die britische Regierung wird die Familien von Verwundeten und Getöteten des “Bloody Sunday” entschädigen. 14 Menschen starben im Januar 1972 bei dem Angriff britischer Fallschirmjäger auf Bürgerrechtsaktivisten. Nach Veröffentlichung der aufrüttelnden Ergebnisse der Saville-Untersuchungskommission hatten sich viele Anwälte von Hinterbliebenen nochmals an Premier David Cameron gewandt.

Cameron hatte die die Ergebnisse von Lord Savilles Untersuchung der gut 40 Jahre alten Vorfälle als ungerecht und nicht zu rechtfertigen kommentiert. Daraufhin schrieben viele der Opferanwälte an David Cameron, um Entschädigungen einzufordern. Das britische Verteidigungsministerium antwortete auf die erhobenen Ansprüche, man wolle die Entschädigungsfrage schnellstmöglich klären: “Wir erkennen den Schmerz der fast 40 Jahre leidenden Familien an und nehmen die Verantwortung dafür an, dass Teile unserer Streitkräfte falsch gehandelt haben.”

Der nach Lord Saville benannte Report kam letztes Jahr heraus. Der Bericht kritisierte die Britsche Armee für die Tötungen. Savilles Kollegen der Untersuchungskommission hatten befunden, dass die britischen Soldaten damals das Feuer eröffneten, ohne provoziert woden zu sein. Alle 14 Todesopfer waren nach den Untersuchungsergebnissen unbewaffnet gewesen und völlig unschuldig. Die Soldaten schossen auch weiter, als die Demonstranten flohen oder verwundet am Boden lagen lagen. Ein Vater wurder getötet, wie er sich um seinen verletzten Sohn kümern wollte. Die Soldaten hatten jedoch immer darauf bestanden, nur zurückgeschossen zu haben.

Den Bericht fand Premier Cameron damals “schockierend”. Laut der Kommission fand man nicht einen einzigen unter den Fällen, wo der Griff zur Waffe gerechtfertigt gewesen wäre: Trotz anderslautender Aussagen der Soldaten befinden wir, dass keiner von ihnen in Reaktion auf einen Angriff oder angedrohten Angriff gefeurt hatte. Niemand hatte am Bloody Sunday eine Nagelbombe oder einen Molotovcocktail geworfen oder damit gedroht.”

Eine gerechte Beurteilung und neue, unvoreingenommene, Beurteilung der damaligen Vorfälle zu erreichen, hat die Familien der Opfer Jahrzehnte gekostet. Hoffentlich blamiert sich der britische Staat nun nicht mit kleinlichen Entschädigungssummen.

via: rte.ie
Bildnachweis: wikipedia

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