Präsident – Wer gegen wen?

22. September 2011 | Von | Kategorie: Politik

Die Tage der Präsidentschaft von Mary McAleese sind gezählt, die Nachfolger stehen schon in den Startlöchern, denn am 27. Oktober entscheiden die Iren darüber, wer künftig als Staatsoberhaupt im Aras an Uachtarain residieren soll. Seit 1990 steht eine Frau an der Spitze des irischen Staates – Mary Robinson absolvierte eine Amtszeit, seit 1997 ist Mary McAleese Präsidentin – und auch in diesem Jahr steht eine Frau zur Wahl.

Seit dem Frühjahr dreht sich das Kandidatenkarussel um die irische Präsidentschaft, viele Namen sind eine Schlagzeile wert. Gaelnet.de schafft einen Überblick über das Kandidatenspektrum – wer tritt an, wer nicht?

Mary Davis

Mary Davis
Die 57-jährige Aktivistin für die Rechte Behinderter stammt aus Swinford im County Mayo. Zur Zeit ist die Präsidentschaftskandidatin als Chefin der Special Olympics Europa/Eurasien tätig.
Nach ihrem Studium der Sportwissenschaften im englischen Leeds arbeitete Davis zunächst als Sportlehrerin in einer Einrichtung für geistig Behinderte. Als 1985 Europäische Special Olympics in Dublin abgehalten wurde, wirkte Davis als Eventmanagerin mit, 2003 wurde Davis Chefin der ebenfalls in Dublin angehaltenen Special Olympics Sommerspiele. Für ihr Engagement wurde Mary Davis mehrfach ausgezeichnet.
Für ihre Kandidatur konnte sich die parteilose Mary Davis die Unterstützung der County Councils von Kerry, Limerick, Louth, Mayo, Monaghan und Nord-Tipperary North sichern.

Martin Sheen

Martin Sheen
Ramón Gerardo Antonio Estévez, wie Hollywood-Star Martin Sheen mit bürgerlichem Namen heißt, hat eine irische Mutter. Mary Ann Phelan stammte aus dem Örtchen Borrisokane im County Tipperary.
Für einige Zeit geisterte Sheens Name als möglicher Kandidat durch irische / irisch-amerikanische Medien, eine Facebook-Seite sammelte Unterstützer für den 71-jährigen. Insgesamt fanden sich dort über 5000 Unterstützer. Ende August machte Sheen selbst den Spekulationen ein Ende und erklärte, für eine Kandidatur nicht zur Verfügung zu stehen, legte den Wählern aber die Wahl “seines alten Freundes Michael Higgins” ans Herz.

M. D. Higgins

Michael D. Higgins
Hochschuldozent, Schriftsteller, TV-Journalist und Politiker – das berufliche Wirken des amtierenden Labour-Vorsitzenden hat viele Facetten. Der aus Limerick gebürtige Higgins ist seit vielen Jahren in der irischen Politik tätig, wirkte als Mitglied des Seanad wie auch des Dáil und war zweimal Bürgermeister von Galway. In seine Zeit als Minister für Kunst, Kultur und Gaeltacht fielen die Wiedereinrichtung des irish Film Boards sowie die Gründung des irischsprachigen Fernsehsenders TG4.
Michael D. Higgins wurde im Juni 2011 on seiner Partei für die Präsidentschaftswahl im Oktober nominiert.

Dana Scallon

Rosemary “Dana” Scallon
Die 1951 im Londoner Stadtteil Islington geborene Sängerin gewann mit ihrem Hit “All kinds of everything” den Eurovision Song Contest des Jahres 1970 für Irland. In den späteren Jahren ihrer Musikkarriere verlegte sich Scallon auf religiös inspirierte Lieder, nahm auch einen Tributesong für Papst Johannes Paul II auf.
Nach einem mehrere Jahre währenden Aufenthalt im amerikanischen Bundesstaat Alabama kehrte Dana Scallon 1997 nach Irland zurück, wo sie für das Amt der Präsidentin kandidierte und Mary McAleese unterlag. Von 1999 bis 2004 war Scallon Abgeordnete im EU-Parlament, eine erneute Nominierung als Präsidentschaftskandidatin im Jahr 1994 scheiterte.
Anfang August 2011 tauchten in den Medien Gerüchte auf, Dana Scallon würde sich erneut um eine Kandidatur bewerben. Eine Nominierung ist bis dato jedoch nicht erfolgt.

Sean Gallagher

Sean Gallagher
Der erfolgreiche Unternehmer aus dem County Cavan tritt trotz seines früheren Engagements in der Fianna Fáil als parteiloser Kandidat um das höchste irische Staatsamt an. Der 49-jährige Gallagher arbeitete neben seiner Unternehmenstätigkeit mehrere Jahre als Berater von Gesundheitsminister Rory O’Hanlon, außerdem managte er im Jahr 2007 erfolgreich den Wahlkampf seines Freundes, des ehemaligen Ceann Comhairle Seamus Kirk.
Laut seiner eigenen Kandidatur-Website geht Sean Gallagher derzeit davon aus, aufgrund der zugesagten Unterstützung diverser Councils noch im September nominiert werden zu können.

David Norris

David Norris
Der in Irland beliebte Senator und Bürgerrechtsaktivist kam in Leopoldsville im damaligen Belgisch Kongo zur Welt. Nach seinem Studium der Literatur war Norris als Dozent am Trinity College in Dublin tätig. Der bekennende Homosexuelle zwang Irland in den 1980er Jahren durch eine Klage vor dem europäischen Menschenrechts-Gerichtshof die Kriminalisierung homosexueller Aktivitäten aufzugeben. Seit 1987 ist Norris unabhängiger Senator des Seanad Eireann.
Nach Bekanntgabe seiner Kandidatur Im Frühjahr 2011 wurde Norris mehrfach in die Nähe pädophilen Gedankenguts gerückt. Nachdem bekannt wurde, dass er sich schriftlich für einen des Kindesmissbrauchs angeklagten, ehemaligen Liebhaber eingesetzt hatte, gab der in den Meinungsumfragen erfolgreichste Anwärter Norris seine Bewerbung um eine Nominierung am 2. August auf.
Aufgrund einer breiten Unterstützung in der Öffenlichkeit, die sich in landesweiten Unterschriftenaktionen für Norris als Kandidat einsetzte, erklärte David Norris am 16. September die Wiederaufnahme seiner Bewerbung. Über die Zahl seiner Unterstützungsunterschriften bewahrt Norris derzeit noch Schweigen.

Gay Mitchell

Gay Mitchell
Auf eine lange politische Karriere kann Fine Gael-Kandidat Gay Mitchell zurückblicken. Im Alter von 30 Jahren wurde Mitchell erstmals als Abgeordneter in den Dáil gewählt. Seitdem bekleidete Mitchell verschiedenset Positionen, darunter Oberbürgermeister von Dublin, Staatsminister des Taoiseach, sowie diverse Sprecherfunktionen. Seit 2004 ist Mitchell Europaabgeordneter des Stimmkreises Dublin South Central.
Im Rennen um die Gunst der eigenen Partei war Mitchell drei Mitbewerber aus dem Rennen und wurde am 9. Juli von der Fine Gael nominiert.

Martin McGuinness

Martin McGuinness
Der (derzeit) letzte im Kandidatenreigen ist ein Mann, der zu einem der Gesichter des nordirischen Friedensprozesses wurde. In den frühen 70er Jahren war McGuinness nach eigenen Aussagen Mitglied der IRA, zum Zeitpunkt des Bloody Sunday war McGuinness stellvertretender IRA-Kommandeur in Derry. Nach zwei Verurteilungen wegen seiner paramilitärischen Tätigkeit agierte McGuinness zunehmend politisch als Vertreter von Sinn Fein.
So war McGuinness einer der Chefunterhändler bei der Vorbereitung des Karfreitagsabkommens, an der ersten gemeinsamen republikanisch-unionistischen Regierung wirkte er als Bildungsminister mit. Den bisherigen Höhepunkt seiner politischen Karriere erlebte McGuinness als stellvertretender First Minister Nordirlands, Seite an Seite mit seinem ehemaligen Erzfeindes Ian Paisley.

Quellen

Martin McGuinness

: Wikipedia u.v.m

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