Feuerwehrleute gehen auf die Straße

23. September 2011 | Von | Kategorie: Gesellschaft, Politik

Feuerwehrleute aus ganz Irland versammeln sich zur Stunde vor dem Amtssitz der irischen Regierung um gegen die Budgetkürzungen und Schließungen von Feuerwachen zu protestieren. Stattdessen fordern die “Irish Fire and Emergency Services Association” (IFESA), die Gewerkschaft der irischen Floriansjünger eine grundlegende Reform des Feuerwehr- und Rettungsdienstes auf der grünen Insel.

In einer vor der Demonstration veröffentlichten Pressemitteilung machen die Feuerwehrleute ihrem Ärger Luft. Durch Budgetkürzungen, die sich alleine im Einsatzbereich der Dubliner Feuerwehr auf 5 Millionen Euro summieren, sieht die Gewerkschaft IFESA nicht nur die Leben ihrer Mitglieder sondern auch der Bevölkerung gefährdet.

“Als ausgebildeter Feuerwehrmann und Rettungsassistent kann ich die Auswirkungen des niedrigeren Budgets auf die Einsatzfähigkeit der irischen Feuerwehr sehen. Dazu muss ich nur nach England blicken, wo es von 1996 bis 2002 keinen toten Feuerwehrmann gab. Seit der Einführung der so genannten Modernisierung, Einsparungen und neuen Arbeitsprozeduren im Jahr 2002 gab es bis ins Jahr 2009 über 20 Tote Wehrnmänner. Das wird auch die irischen Feuerwehrleute erwarten, wenn die örtlichen Behörden so genannte Verbesserungen nach britischem Vorbild einführen”, klagt Gewerkschaftsvorsitzender John Kidd. Den Stadt- und Gemeinderäte, die die Budgetkürzungen im vergangenen Jahr befürwortet haben, stellt Kidd die Frage, ob sie die Auswirkungen ihrer Entscheidung auf ihren Wahlkreis wirklich verstünden, ob sie wüssten, dass sie mit dem Leben ihrer Wähler spielten.

Die Gewerkschaft plädiert schon seit einiger Zeit für eine grundlegende Reform des irischen Feuerwehrwesens. John Kidd: “Diese dauernden Regierungserklärungen, man suche nach Lösungen, sind hohles Geschwätz. Es gibt Maßnahmen, die Geld spren helfen, ohne dass Einschnitte im Brandschutz nötig werden. Im Gegenteil, diese Maßnahmen könnten die Dienstleistung sogar verbessern, aber bestimmte Interessensgruppen im Ministerium für Umwelt, Gemeinden und örtliche VErwaltung blockieren diese Sparmöglichkeiten und die Regierung schafft es nicht, die nötigen Änderungen umzusetzen oder sich des Problems anzunehmen!”

Aus Sicht der IFESA könnte ein Nationale Feuerwehr- und Ambulanzdienst Abhilfe schaffen. Angesichts der im ganzen Land schließenden Rettungsbasen sei die Integration des Rettungsdienstes in die strategisch übers Land verteilten Feuerwehrstationen. So könnten Kosten eingespart werden, die dann wieder für die Lebensrettung der Bürger zur Verfügung stünden.

Auch Labour-Tanaiste Eamon Gilmore befürwortete bereits 2007 für eine Überführung der Feuerwehr in nationale Verantwortung ausgesprochen, doch der derzeitig zuständige Minister Phil Hogan vertritt die Ansicht, dass das Vorhalten einer Feuerwehr in der Verantwortung der lokalen Verwaltung liege.

Angesichts der stetig schrumpfenden lokalen Budgets für den BRandschutz befürchtet die IFESA, dass es erst einer weiteren Brandkatastrophe wie der des Stardust-Diskotheken-Brandes von 1981 bedarf um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Probleme der Feuerwehren zu lenken.

Bildnachweis: flickr.com / Neil Dorgan (CC-Lizenz)

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Ein Kommentar auf "Feuerwehrleute gehen auf die Straße"

  1. News aus der Feuerwehr-Szene…

    Feuerwehrleute gehen auf die Stra?e…

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