Ryanair setzt vor Gericht seine Bordkarten-Gebühr durch

12. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Recht, Tourismus, Wirtschaft

Die irische Billig-Airline Ryanair erweist sich wieder einmal als nicht so billig wie angenommen und setzt seine Bordkarten-Gebühr in Spanien vor Gericht durch. In der Berufung kippte das Gericht die vorige Beurteilung, die Gebühr für Kunden, welche vergessen hatten, ihre Bordkarte selber daheim auszudrucken, sei ungerechtfertigt.

Im Januar hatte die Wirtschaftskammer des Gerichts Barcelona geurteilt: Nicht der Kunde, sondern die Fluggesellschaft sei verpflichtet, Bordkarten bereitzustellen. Zu der Verhandlung kam es, nachdem ein Rechtsanwalt Widerspruch gegen die 40 Euro Gebühr einlegte, die Ryanair ihm aufgebrummt hatte. Der Anwalt hatte vergessen, eine selber ausgedruckte Bordkarte mitzubringen. Ryanair hatte ihm das Dokument noch kurz vor dem Flug ausgestellt, jedoch nur gegen Gebühr.

Die Airline hatte direkt nach Urteilsverkündung im Januar Revision eingelegt. Diese gewann die Gesellschaft gestern. Den Widerspruch legte Ryanair ein, da die Kunden beim Vertragsabschluss schliesslich den AGBs zustimmten. Darunter der Passus, das die Kunden ihre Bordkarten mindestens vier Stundenvor Flug selber übers Internet generieren und anschliessend fertig ausgedruckt am Gate parat haben müssten.

Ryanair begrüsste die Entscheidung der Berufungskammer und betonte, es ginge um weniger als ein Prozent seiner Fluggäste, die ihre Bordkarte vergessen würden. Diese müssten dann jedoch die Gebühr auch bezahlen. Nach Zahlen aus Ryanairs Jahresabschluss 2010 fertigte die Fluglinie im Berichtsjahr etwa 66,5 Millionen Fluggäste ab. Das heisst, es geht um weniger als 660.ooo Kunden. Offen bleibt die Frage, wieviel “weniger als ein Prozent der Kunden” betroffen sind. So ginge es immerhin um etwa 26 Millionen Euro an Gebühren, die Ryanair für ein schlichtes Stück Papier jährlich erheben würde – und nun offiziell auch dürfte.

via: irishtimes.com

Bildnachweis: flickt (by Eduardo)

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