Altan – Ein Urgestein kehrt zurück

14. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Im vergangenen Jahr nahmen Altan mit dem RTE Concert Orchestra ihr Jubiläumsalbum auf, dieses Jahr kommt die zu den bekanntesten Gruppierungen des Irish Folks gehörende Band wieder nach Deutschland. Von Mitte Oktober bis Mitte November tourt die Combo um Sängerin und Fiddlerin Mairéad Ni Mhaonaigh im Rahmen des Irish Folk Festivals durch die Republik. Auf Gaelnet.de erzählt Mairéad Ni Mhaonaigh über aktuelle Projekte, ihre Musik und die Anfänge von Altan.

Gaelnet: Altan hat im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert und das ist für viele Bands schon ein Alter der Erinnerung statt der Zukunftsvisionen. Das scheint bei Euch anders, ihr seid aktiver denn je. Was sind Eure Pläne für dieses und nächstes Jahr?

Altan - Folklegende aus Donegal

Mairéad: Ja, wir haben letztes Jahr unseren 25. Geburtstag gefeiert, aber eigentlich fühlt es sich an, als ob wir gestern erst angefangen hätten, zusammen zu spielen. Das war eine großartige Reise und wir haben jede Sekunde genossen. Wir hatten schwere Zeiten und gute Zeiten, aber wir erinnern uns nur an die Guten. Im Augenblick arbeiten wir an einem neuen Album, das wir hoffentlich ganz bald herausbringen können.

Gaelnet: In den Medien heißt es immer, Euer Sound wäre Euer Markenzeichen. Welche Geheimformel steckt hinter diesem Markenzeichen?

Mairéad: Nun, ich hoffe mal, dass wir keine solche Formel haben. Wir machen Musik, wir beliben uns selbst und unserer Heimat im County Donegal treu. Über die Jahre haben wir viele Fiddlespieler aus Donegal angehört und ich habe vielen Sängern aus Donegal zugehört. Ich habe Lieder von Nachbarn bekommen und auch mein Vater hat Lieder und Instrumentalstücke beigesteuert. Wir versuchen keine Formel zu haben, wir spielen so, wie es und das Stück vorgibt.

Gaelnet: In der traditionellen irischen Musik gibt es ja viele, sich regional unterscheidende Stilrichtungen. Altan gilt gemeinhin als große Quelle von Musik und Gesang aus Donegal. Was genau macht denn den Unterschied zwischen Musik aus Donegal und Musim aus den anderen Countys aus?

Mairéad: Das ist wirklich eine schwere Frage aber ich glaube, dass sich die Musik aus Donegal in der Tat vom Rest des Landes unterscheidet. Donegal ist etwas isoliert, weil es politisch durch Nordirland abgeschnitten ist und nur durch eine Straße in Richtung Sligo mit dem Rest des Landes verbunden ist. Die Menschen fühlen sich isoliert und irgendwie sind sie wegen ihrer Musik stolz auf diese Isolation. Man hört das in der Musik, es ist sehr starke Musik.
Und dann sind da noch Elemente, die aus der Nöhe zu Schottland resultieren und der Tatsache, dass viele Leute aus Donegal nach Schottland zum Arbeiten gehen und eine Menge Lieder und Musikstücke von dort mit zurück nach Donegal bringen. Drum ist der schottische Einfluss in der Musik von Donegal im vergleich zum übrigen Land sehr dominant.

Gaelnet: Stimmt es, dass Euch zu Beginn Eurer Karriere eine Eurer ersten Tourneen nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz geführt hat. Das ist ja schon lange her, aber habt Ihr noch Erinnerungen an Deutschland und die Schweiz?

Mairéad: Das ist wirklich sehr sehr lange her, das war als Ost- und Westdeutschland wieder zusammenkamen, als die Mauer fiel und eine große Euphorie in Deutschland herrschte. Ich kann mich erinnern, dass es toll war, zu dieser Zeit in Deutschland zu sein. Wir sind auch in die Schweiz nach Basel gefahren – so eine schöne Stadt.

Was ich wirklich an Deutschland und der Schweiz mag, ist das große Verständnis für Irische Musik und Sprache. Das bedeutet uns viel, weil es bedeutet, dass wir nach Deutschland fahren und unsere Musi spielen können und uns trotzdem zu Hause fühlen können.

Gaelnet: Unterscheiden sich Auftritte in Deutschland von Gigs in Irland oder den USA?

Mairéad: Nein, musikalisch eigentlich nicht. Wir ändern nichts an unserer Musik, die ist immer gleich. Wir spielen dieselbe Musik, wo wir auch auftreten. Wir spielen auch oft in Japan und ich singe auf Irisch, wohin ich auch komme und das macht keinen Unterschied weil in Japan auch nicht viel Englisch gesprochen wird.

Der einzige Unterschied ist eigentlich die Songvorstellung auf Deutsch. Wir stellen unsere Lieder normalerweise auf Englisch und Gälisch vor und wir versuchen so, sie verständlicher zu machen, so dass die Leute besser verstehen, was wir gleich spielen werden.

Gaelnet: Was sind aus Deiner Sicht die Highlights in der Karriere von Altan?

Mairéad: Bis heute hat es viele Highlights in unserer Karriere gegeben, und ich hoffe sehr, dass noch einige mehr folgen werden. Aber eines der großartigsten Erlebnisse war wahrscheinlich die Zusammenarbeit mit Dolly Parton auf zwei Ihrer Schallplatten – ihr Live-Album “HEARTSONGS” und auf einem weiteren Album, auf dem wir “The Sweet Bye and Bye” zusammen sangen. Sie war und ist so eine starke Persönlichkeit und sie hat uns sehr viel Mut gemacht!

Sie hat auch auf einem unserer Alben gesungen; “THE BLUE IDOL” und das wird immer eines der Highlights unserer Karriere bleiben. Genauso, wie natürlich die zwei oder drei Auftritte in der berühmten Hollywood Bowl in Los Angeles.

Außerdem haben wir auch im Sydney Opera House in Australien gespielt, das hat sehr viel Spass gemacht. Für mich persönlich werden diese ganzen großen Dinge manchmal klein und bescheiden, zum Beispiel, wenn ein alter Fiddler sich bereit erklärt zu uns auf die Bühne zu kommen – vielleicht jemand, der uns eine kleine, unbekannte Melodie gegeben hat, die vorher noch nie aufgenommen wurde, und uns auf diese Weise zeigt, dass er einverstanden mit dem ist, was wir mit seiner Melodie gemacht haben. Das ist für mich das Größte überhaupt.

Die 38. Tour des Irish Folk Festivals beginnt am 19. Oktober in Kleinostheim. Neben Altan stehen das irisch-schottisch-kanadische Quartett “The Outside Track”, Réalta mit seinen beiden Uillean Pipes und Irlands letzter Matchmaker auf, der den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben zum Besten geben wird. Die genauen Tourdaten gibt es beim Irish Folk Festival

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