Von EU-Naturschutz betroffene Torfstecher lehnen sämtliche Alternativen ab

20. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Umwelt, Wirtschaft

Lough Boora Moor, County Offaly

Der Minister für Arts, Heritage and Gaeltacht Affairs Jimmy Deenihan traf gestern in Dublin die Mitglieder zweier Torfstecherinitiativen. Thema war die Fauna-Flora-Habitat Richtlinie der EU, kurz FFH, die es traditionellen Torfstechern verbieten wird, in künftig geschützten Moorgebieten weiter Torf als Heizmaterial abzubauen. Die Torfstecher wehren sichjedoch mit Nachdruck gegen Einschränkungen ihres seit Jahrhunderten betriebenen Handwerks.

53 Moorgebiete sollen künftig zu “Natura 2000″-Naturschutzgebieten innerhalb des FFH Programms werden. Um dort tätige Torfstecher zu entschädigen, machte Minister Deenihan verschiedene Vorschläge, wie zum Beispiel Heizkostenzuschüsse von bis zu 1000 Euro pro Jahr, für bis zu 15 Jahren. Ebenfalls angedacht sei, die Betroffenen die Torfstecherei in anderen, weiterhin nicht geschützten Gebieten weiterbetreiben zu lassen. Zusätzlich sollen für Diejenigen, die sich den Abbau in anderen Mooren für sich selber vorstellen können, für die Zwischenzeit Lieferungen von bis zu 10 Tonnen Torf zum Heizen arrangiert werden.

Der unabhängige Dáil Abgeordnete Luke Flanagan spricht sich jedoch gegen diese kostenlosen Lieferungen aus. Als Sprecher der Irish Turf Cutters and Contractors’ Association sagte er, er halte es “ökologisch gesehen für Unfug”, Torf in Irland hin und her zu fahren. Die insgesamt wichtigere Frage, wie sinnvoll das Torfstechen in der heutigen Zeit noch ist und ob nicht staatliche Hilfen zur energetischen Sanierung der Häuser der Torfstecher sowohl ökologisch als auch ökonomisch schlauer wären, bleibt bei der Diskussion offenbar leider unbeantwortet.

via: irishtimes.com

Bildnachweis: wikipedia

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