Finanzminister Noonan verteidigt seinen Vorgänger über AIB Krise

9. November 2011 | Von | Kategorie: Politik

Der aktuelle irische Fine Gael Finanzminister Michael Noonan verteidigte in einer Dáil-Sitzung seinen Fianna Fáil Vorgänger Brian Lenihan: Der kürzlich verstorbene Ex-Konkurrent sei von den Banken über die wahren Ausmasse Anglo Irish Banks Schuldendienst in einer Art Salamitaktik über den Tisch gezogen worden.

Noonan sieht die Verantwortung bei der Unehrlichkeit der Bank: “Als Lenihan zum ersten Mal im Dáil über die Anglo Irish Bank berichtete, sagte er, die Schulden lägen bei 1,5 Milliarden Euro. Von da an stiegen die Zahlen häppchenweise bis auf 33 Milliarden Euro an. Er machte immer weiter, weil er, einmal eingestiegen in staatliche Garantien, keinen Ausweg merh aus diesem Strudel mehr sah. Und genau darin lag das Problem.” Der aktuelle Finanzminister sagte, die Angelegenheit habe Züge einer griechischen Tragödie. Aber genauso sei es eben agbelaufen und genau darin lägen die Gründe für die nun so schwierige Lage des Landes.

Noonan schütze mit der Rede nicht nur Lenihan, sondern auch die aktuelle Regierung vor Vorwürfen des Sinn Féin Finanzsprechers Pearse Doherty. Dieser sagte, er sei schockiert darüber, wie Fine Gael und Labour die alte Linie von Fianne Fáil und den Grünen weiterbetreibe. Die Regierung solle ihre Zahlungen in dieser Sache einstellen. Kosten von bis zu 90 Milliarden Euro schwebten für die kommenden 20 Jahre über den Köpfen der Steuerzahler.

Auch ein Fine Gael Abgeordneter kritisierte seine eigene Regierung an der Stelle. Peter Mathews aus dem Wahlkreis Dublin Süd sagte, er stimmt den Zahlungen an die AIB Gläubiger nur unter Protest zu, da er glaube, das Land verdiene eigentlich einen substanziellen Schuldenerlass.

Noonan findet die Kritik an der aktuellen Regierung an der falschen Stelle angesetzt: “Um diese Schuldzahlungen zu vermeiden, wäre es logischer gewesen, die AIB unter Zwangsverwaltung zu setzen. Die Möglichkeit bestand damals. Aber stattdessen stülpte sie dem Steuerzahler die Schulden über.” Fianna Fáils Finanzsprecher Michael McGrath sprang Minister Noonan in der Sache bei: “Wir alle wissen, dass die Banken gelogen haben. Aber es gab auch einfach keine glaubhafte Alternative.”

Angesichts dieser Bankrotterklärung seitens der ehemaligen wie aktuellen Regierung, was ihre Finanzkompetenzen angeht, muss man wohl schlicht hoffen, dass es so bald nicht wieder gilt Zahlen von Banken beurteilen zu müssen. Toi toi toi Irland.

via: irishtimes.com

Bildnachweis: flickr (by “Pics by Mike”)

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