Letzte Ruhe für Buschräuber Ned Kelly

11. November 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt

Ned Kelly

Der heute vor 131 Jahren in Melbourne gehängte Buschräuber Ned Kelly wird am heutigen Freitag seine letzte Ruhe neben seinen Angehörigen finden. Die sterblichen Überreste des irischstämmigen Gangsters, der in Australien zeitweise zum Nationalhelden avancierte, sollen im Rahmen einer privaten Zermonie auf einem Friedhof südlich von Glenrowan im Bundesstaat Victoria beerdigt werden. Kritik kommt von Angehörigen eines Polizisten, der von Kelly erschossen worden war.

Im August dieses Jahres hatten Wissenschaftler durch einen DNA-Analyse die sterblichen Überreste Ned Kellys identifiziert. Diese waren bereits 2008 auf dem Friedhof des Pentridge Prisons in einem Massengrab zusammen mit den Überresten anderer Gehängter gefunden worden. Dorthin waren die Leichen vom Friedhof des Melbourne Gaol nach dessen Schließung überführt worden.

Heute nun soll Ned Kelly, der zusammen mit seiner Gang den australischen Bundesstaat in den Jahren zwischen 1869 und 1880 unsicher machte, gemäß seines letzten Wunsches seine letzte Ruhe neben seinen Angehörigen finden. Victorias Generalstaatsanwalt Robert Clark hatte selbst die Erlaubnis gegeben, Kellys sterbliche Überreste seinen Nachkommen zu übergeben.

“Unsere Familie möchte wie jede andere Familie ihre Abgehörigen begraben können. Unser Ziel ist es, ihm ein würdiges Begräbnis zu geben”, erklärte Anthony Griffiths, Urenkel von Ned Kellys Schwester. Kelly soll nun auf dem Greta Churchyard bei Glenrowan neben seiner Mutter Ellen, seinen Brüdern und Schwestern seine letzte Ruhe finden. Auch eine offizielle Zeremonie sei im Gespräch gewesen, bestätigte Griffiths. “Wir als Familie hätten genre eine kleine private Gedenkfeier, aber wir müssen anerkennen, dass es ein gewaltiges öffentliches Interesse gibt und auch ein Teil der Öffentlichkeit ein Lebewohl sagen will.”

Auf Unverständnis stößt die Entscheidung des Generalstaatsanwalts bei Polizist Mick Kennedy aus Mansfield. Dessen Ururgroßvater Sergeant Michael Kennedy war 1878 zusammen mit zwei Kollegen von Ned Kelly erschossen worden. “Er war ein Gesetzloser, ein Dieb und zu allem Unglück für meine Familie auch ein Mörder”, erklärte Kennedy gegenüber der Presse. “Meine Urgroßmutter blieb als Witwe mit sechs Kindern zurück, für sie gab es keine öffentliche Gedenkfeier.

Einig sind sich alle Beteiligten jedoch in einem: Das Grab von Ned Kelly soll keine Pilgerstätte für Verehrer des einstigen Buschräubers werden. Oberstaatsanwalt Clark betonte, dass es bei der Entscheidung nicht um die Taten zu Lebzeiten Kellys noch um irgendeine Art von Verehrung gegangen sein: “Hier geht es lediglich darum eine angemessene und würdevolle Ruhestätte für die sterblichen Überreste eines Toten zu finden. Und das gilt für alle Toten, egal was sie während ihrer Zeit auf Erden getan oder nicht getan haben!”

via Sidney Morning Herald
Bildnachweis: wikipedia

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Ein Kommentar auf "Letzte Ruhe für Buschräuber Ned Kelly"

  1. Hans Petres sagt:

    Fragt sich wer der wahre “Verbrecher” war. Er oder die vielen Polizisten und Soldaten die folterten,plünderten,vergewaltigten und brandschatzten! Er hat so gehandelt wie er musste. [Editiert durch die Redaktion!]

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