Loyalisten-Kommandeur kritisiert orientierungslosen Nachwuchs

24. November 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen
Mural_UDA_Belfast

Ein Mural der South Belfast Brigade der UDA

Ein ranghoher Kommandeur der paramilitärischen Ulster Defence Association (UDA) hat in einem Artikel für das Magazin “Der Loyalist” Auswüchse in der Loyalistenszene angeprangert. John “Jackie” McDonald, Brigardier der UDA für South Belfast schreibt in seinem Artikel, jungen Loyalisten sei heutzutage ihre Zukunft völlig egal, solange sie sich nur mit Drogen und Alkohol berauschen könnten.

Jackie McDonald ist bis heute Mitglied des innersten Führungskreises der UDA und gilt als Kommandeur der noch existierenden Battalionsstrukturen in South Belfast. McDonalds gilt heute trotz seiner paramilitärischen Vergangenheit gemeinhin als gemäßigter Vertreter der loyalistischen Community, der sich schon früh im Friedensprozess miteinbrachte und sich auch nicht scheute, mit Vertretern der republikanischen Seite zusammenzutreffen. So war McDonald im Mai dieses Jahres Teil einer UDA-Abordnung die beim Besuch der Queen in Dublin der Kranzniederlegung in den Gardens of Rememberance beiwohnte.

Nun aber sind die eigenen Kameraden ins Fadenkreuz des Brigardier geraten. “Dem Wort loyalistisch folgt heutzutage gewöhnlich ‘Paramilitär’, ‘Gangster’, ‘Drogendealer’, ‘Parade’ oder ‘Gewalt’. Aber wann hat man das letzte Mal von einem loyalistischen Assembly-Abgeordneten, einem loyalistischen Stadtrat oder einem loyalistischen MP gehört?” eröffnet McDonald seinen Artikel in dem er den Verlust von Integrität, Glaubwürdigkeit und Respektspersonen beklagt.

Es fehle an Zukunftsperspektiven für die nachwachsende Generation, Ausbildung und Jobs nach der Schule. “Leider kenne ich viele junge Loyalisten, denen ihre Zukunft ganz egal ist, solange sie sich am Wochenende betrinken und mit Drogen wegschießen können.” Diese Lebensweise und den Blick der Jugendlichen auf das Leben an sich gelte es zu ändern.

Als Loyalist habe man mit einem Imageproblem zu kämpfen, räumt McDonald ein. “Ich habe genug Gangster und Kriminelle gesehen, die den guten Namen des Loyalismus unter der einen oder anderen paramilitärischen Fahne durch den Dreck gezogen haben,” so der Brigadier, der auch anerkennt, dass er selbst auch Teil des mörderischen Systems war und ist, auch wenn er sich heute für Verständigung mit der Republik und den republikanischen Communities in Nordirland einsetzt.

“Was ich getan habe, habe ich getan, weil es die Umstände verlangten. Was ich jetzt tue, tue ich, weil ich daran glaube, um Leben zu retten und unseren jungen Leuten eine Wahl und eine besser Zukunft zu geben”, sagt er.

via belfasttelegraph.co.uk
Bildnachweis: flickr.com / PPCC Antifa (CC-Lizenz)

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