Diskriminierung? – Londoner Pub lässt irische Traveller vor der Türe stehen

25. November 2011 | Von | Kategorie: In aller Welt

Der Wirt des Coronet steht für seine "harte Tür" nun in der Kritik.

Der Wirt eines Londoner Pubs  muss sich im Moment gegen Diskriminierungsvorwürfe wehren: Letzte Woche hatte er eine Gruppe Traveller nicht ins Lokal gelassen. Die Gruppe hatte zuvor ein Treffen der Traveller-Vereinigung “Irish Travellers’ Movement in Britain” besucht. Auch, dass ein Priester, ein Polizist und ein Rechtsanwalt zur Truppe gehörten, konnte den Wirt nicht von der friedvollen Natur dieser Kunden überzeugen.

Nach dem Besuch des Traveller-Treffens hatte sich die 15-köpfige Gruppe Teilnehmer, inklusive Ordensbruder Joe Brown, dem Vorsitzenden der Traveller-Vereinigung, ins nächste Pub aufgemacht. Doch statt auf eine Kleinigkeit zu Trinken stiessen die Herrschaften auf die verschlossene Türe des Coronet Pubs.

Erst nach Überzeugungsarbeit des Polizisten in der Gruppe, Inspektor Marc Watson, erlaubte man ihnen, einzutreten, um mit dem Manager des Pubs zu sprechen – der dann allerdings irgendwie doch nicht da war. Inspektor Watson hat sich inzwischen bereits wegen des Vorfalls an die Polizei gewandt, “Irish Travellers’ Movement in Britain” droht Wetherspoon mit rechtlichen Schritten wegen Missachtung des Anti-Diskriminierungsgesetzes.

Der Chef der Pub-Kette Wetherspoon, John Hutson, rechtfertigte das Verhalten der Filialangestellten: “Wir weisen jegliche Vorwürfe von Diskriminierung von uns. Unsere 830 Pubs im Lande stehen jedermann offen.” Allerdings habe man dem Wirt schon vor dem Traveller-Kongress erlaubt, bei grösseren Gruppen den Einlass abzulehnen. Laut Hutson “ging es nicht darum, dass die Gruppe aus irischen Travellern bestand, sondern weil die Gruppe so gross war”. Für mangelnde Flexibilität der Türsteher zeugt jedoch, dass diese wohl nicht auf die Idee kamen, der Gruppe vorzuschlagen, sich auf verschiedene Pubs in der Umgebung aufzuteilen.

Die Antwort des Rechtsanwalts der Traveller-Vereinigung fällt hart aus: “Dieser Mangel an Verständnis der Anti-Diskriminierungsgesetze kommt einem vor, als wäre man zurück in die 1970er versetzt. Ich bin entsetzt, dass man die falsche Behandlung  der Gruppe nicht sofort erkannt und sich dafür entschuldigt hat. Aber scheinbar ist die einzige Möglichkeit, die Einstellung dieser Firma zu ändern, der Klageweg.”

via: irishtimes.com
Bildnachweis: flickr (by Kake Pugh)

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Ein Kommentar auf "Diskriminierung? – Londoner Pub lässt irische Traveller vor der Türe stehen"

  1. Bernd sagt:

    Wenn die Türsteher den Leuten empfohlen hätten, in andere Pubs zu gehen … was hätte das an der Tatsache geändert, dass sie in diesen Pub nicht eingelassen wurden? Nix!

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