Wurden auch irische Prominente von Reportern abgehört?

5. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Wer hört mit?

Nach einem Bericht des Sunday Independent könnte sich der Telefon-Abhörskandal, der dieses Jahr die britische Presselandschaft erschütterte, auch über die Irische See bis auf die grüne Insel erstrecken. Demzufolge stehen irische Politiker, darunter auch ehemalige Kabinettsmitglieder, Bauunternehmer und “hochrangige Personen der Unterhaltungsbranche” in enger Verbindung zu den britischen Ermittlern, die sich seit Monaten mit den Abhöraktionen bei der News of the World beschäftigen. Ein Anwalt, der die Betroffenen vertritt, forderte auch in Irland entsprechende Ermittlungen aufzunehmen.

Es war ein Skandal, der in Großbritannien sogar den Premierminister ob seiner engen Kontakte zur Konzernmutter der “News of the World” kurzfristig in Bedrängnis brachte und seinen Kommunikationschef das Amt kostete. Auch zwei hochrangige Polizisten mussten ihren Hut nehmen, Medienmogul Murdoch erlitt beim Versuch die “British Sky Broadcasting” zu übernehmen wegen der Machenschaften seiner Untergebenen eine Bruchlandung, und das Volk blickte ungläubig auf das, was sich da in seiner Medienlandschaft abspielte.

Redakteure des Murdoch-BLatts “News of the World” hatten die Handy-Mailboxen von Prominenten, von Angehörigen von Terroropfern und sogar Mitgliedern des Königshauses angezapft und die erhaltenen Informationen veröffentlicht.

Wegen solcher “höchst sensibler, von den Anrufbeantwortern ihrer Mobiltelefone stammenden Informationen” haben sich laut Sunday Independent rund ein Dutzende hochkarätiger irischer Prominenter über ihre Anwälte mit den Ermittlern bei Scotland Yard in Verbindung gesetzt, darunter auch mehrere Geschäftsleute, deren Privatleben ausgespäht worden war. Die so gesammelten Informationen seien als Grundlage für Veröffentlichungen und konfrontierende Fragen der recherchierenden Redakteure genutzt worden, glauben die Betroffenen.

Paul Tweed vertritt als Anwalt eine Reihe von Betroffenen in der Republik und in Nordirland und er geht davon aus, dass das Ausmaß der Abhöraktionen in Irland in Kürze ans Licht kommen werden. “Wir führen zur Zeit ausgedehnte Ermittlungen in Irland und den Vereinigten Staaten durch und haben dabei schon bedeutende Fortschritte gemacht und Informationen über die Ausmaße der Abhöraktionen in Irland gesammelt,” so Tweed.

Anwalt Tweed rief die irischen Behörden auf, selbst entsprechende Ermittlungen einzuleiten. Zwar könnten die britischen Ermittler in Bezug auf Opfer des im Dienste der News of the World stehenden Privatdetektivs Glenn Mulcaire den NAchweis führen, nicht jedoch im Hinblick auf Eingriffe in irische Fest- und Handynetze.

“Wir hoffen, dass die Gardai dem Beispiel der Metropolitan Police folgt und eine ähnliche Sonderkommission zur Untersuchung der Abhörvorgänge in Irland einrichtet. Es sieht so aus, als müssten wir in dieser Weise auch auf unserer Seite der Irischen See tätig werden.

via independent.ie
Bildnachweis: sxc.hu / rippe

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