Irischer Datenschutzbeauftragter brummt Facebook Hausaufgaben auf

22. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Internet

Die irischen Datenschützer haben bei ihrer Überprüfung Facebooks Datenschutzpolitik “Raum für Verbesserungen” festgestellt und eine ganze Latte Hausaufgaben mit nach hause gegeben. Das “Office of the Data Protection Commissioner” (ODPC) will in einem halben auch nochmal prüfen, ob Facebook seinen Aufgaben nachgekommen sei. Trotz der Schelte fühlen sich nicht nur die Initiative “Europe vs. Facebook” bestätigt, sondern auch Facebook. Was genau kommt nun auf Facebook zu?

Zunächst einmal bekam Facebook vom Datenschutzbeauftragten Irlands, Billy Hawkes, ein Lob für die offene und kooperative Art, in der die Firma mit den Experten aus seiner Behörde umgegangen seien. Die drei Monate dauernde Überprüfung Facebooks Umgang mit Benutzerdaten hatte im Europahauptquartier Facebooks, in Dublin, stattgefunden. Grund dafür waren Beschwerden von Usern aus Europa, wie die Firma mit deren persönlichen Daten umginge – unter anderem die Initiative “Europe vs. Facebook” eines österreichischen Studenten.

Mehrere Punkte in Facebooks Umgang mit Benutzerdaten werden nun im Sinne der User verbessert. Einige der Änderungen sind: Facebook muss über 40.000 Usern ihre angeforderten Datensätze zur Verfügung stellen, inklusive aller Hintergrunddaten, nicht nur ihrer Profileinträge. – Facebook muss eine echte Löschfunktion einführen. Bisher konnten User Daten nur in dem Sinne löschen, dass diese ausgeblendet waren, nicht aber “echt” gelöscht. – Profilfotos von Nutzern dürfen nicht mehr für Werbung auf Facebook benutzt werden, ohne dass der User dem ausdrücklich zugestimmt hat. – Die Gesichtererkennung müssen User nochmals aktivieren, wenn sie diese Funktion nutzen wollen. Die Einführung des Features ohne vorherige Rückfrage bei den Benutzern wurde als illegal erklärt. – Bisher kann jeder Facebookmitarbeiter alle Daten jeden Nutzers einsehen. Dies verbietet der irische Datenschützer. Mitarbeiter dürften nur an Daten kommen, die sie für Ihre Aufgaben benötigten.

Facebook fühlt sich durch das Lob vom irischen Datenschutzbeauftragten für seine Kooperation, aber auch durch das Ergebnis der Überprüfung, gestärkt. Laut Abschlussbericht habe man ja viele der Punkte sowieso selber auf den Tisch gelegt, oder wollte dies noch tun. Angesichts des geplanten Börsengangs versucht Facebook, das Gesicht zu wahren. Richard Allen, Unternehmensstratege bei Facebook, interpretierte das erzielte Ergebnis daher trotz aller zu erledigender Hausaufgaben positiv. Die Firma fühle sich in Übereinstimmung mit den Prinzipien hinter den europäischen und irischen Datenschutzgesetzen. Ob dies wirklich so ist, wird das ODPC nächsten Juli sehen, wenn es Facebooks Hausaufgaben kontrolliert.

via: irishtimes.com, europe-v-facebook.org

Bildnachweis: flickr (by opensourceway)

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