Paramilitärs nutzten Facebook zur Opferwahl

13. Januar 2012 | Von | Kategorie: Internet, Nordirland

So war das sicher nicht geplant!

Als soziales Netzwerk ist Facebook derzeit weltweit die uneinholbare Nummer Eins. Doch es gibt auch recht unsoziale Wege, Facebook zu nutzen. In Nordirland soll Facebook einem Bericht des Belfast Telegraph zufolge von republikanischen Dissidenten zur Rate gezogen worden sein, um einen britischen Soldaten als Ziel auszuwählen. Der Soldat entkam dem Anschlag mit einer in seinem Auto platzierten Sprengfalle nur knapp.

Ersten Ermittlungen zufolge spielte auch große Gedankenlosigkeit und falsches Verhalten auf Seite des geplanten Opfers eine wesentliche Rolle dabei, dass er zum Ziel werden konnte. Der schottische Soldat war zusammen mit zwei anderen Soldaten über das Dreikönigsfest zu Besuch bei seiner Freundin im Belfaster Stadtteil Ligoniel.

Kämpfer der paramilitärischen Oglaigh na hEireann (ONH), einer Splitterorganisation der Real IRA, hatten vom Besuch der Soldaten in dem Haus in Ligoniel Wind bekommen und die Männer sowohl bei ihrer Ankunft wie auch bei einer Taxifahrt ins Belfaster Stadtzentrum beschattet. Die Paramilitärs konnten einen Namen der drei Soldaten herausfinden und glichen diesen mit Facebook-Profilen ab. Sie fanden ein Foto des Soldaten in Uniform auf einem Panzer sitzend.

Die Dissidenten nutzen die Facebook-Einträge des Soldaten, um sich vor dem Anschlag ein genaueres Bild von ihrem Opfer zu machen. Zum Glück für den Soldaten entdeckte er die Falle bevor er ins Auto einstieg.

Unter den nordirischen Sicherheitsbehörden herrscht Unverständnis über das mangelnde Sicherheitsbewusstsein der Armeeangehörigen. Wie aus Kreisen der Paramilitärs inzwischen den Medien mitgeteilt wurde, waren alle drei Soldaten im Visier der Terroristen. “Sie denken, der Krieg wäre vorbei, aber dieser Angriff sagt ihnen ‘Dem ist nicht so!’”, wird ein Informant aus den Dissidentenkreisen zitiert.

Die Sicherheitsdienste in Nordirland fordern nun ein Umdenken bei der Armee und fordert mehr Sicherheitsbewusstsein von deren Angehörigen. “Die Armee muss ihre Hausaufgaben machen”, so ein Beamter, “Dieses Jungs müssen vorher nachdenken, wie und wo sie herumrennen, wenn sie hier in Nordirland sind!”

via belfasttelegraph.co.uk
Bild: Facebook
Montage: Gaelnet

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