Lannigan’s Ball mit “Fiddler’s Green “

20. Januar 2012 | Von | Kategorie: In aller Welt, Musik

Ja, die lieben Nachbarn…schon am Ein-/Ausgang des Augsburger Spectrum-Clubs prangt die Bitte: “Denkt an die Anwohner. Unterhaltet Euch leise.” Da springt den Konzertbesuchern doch spontan in den Sinn: “Denkt an Euer Publikum. Unterhaltet uns laut!” – Als hätten “Fiddler’s Green” und ihre Vorgruppe “punch’n'judy” aus dem Ruhrgebiet den gleichen Gedanken gehabt, lassen denn auch beide Bands die Wände wackeln.

Das Augsburger Publikum gilt bei vielen Bands als eines der Härtesten, aber davon ist im Spectrum an diesem Abend nichts zu spüren. Schon eine halbe Stunde vor Konzertbeginn ist die Bude gerammelt voll und die Menge plaudert gutgelaunt und summt sich schon mal ein. -  Pünktlich um acht gehts los und “punch’n'judy” entern die Bühne. Sofort lassen die vier Herren und die Dame ihr Crossover aus Folk, Mittelaltermusik und Metal aufs Publikum los als gäb’s kein Morgen.

Die Musik und die Kluft der Band, im Piratenstyle mit Dreieckshut und Augenklappe passen und gefallen auch dem Publikum. “punch’n'judy” begeistern die Crowd und die Band hüpft im Takt ihrer Musik, als hätten sie in ihren schweren Doc Martens-Stiefeln “Nike Air” Sohlen versteckt. Als dann beim Titel “Koboldkönig” Geiger Tobi von den Fiddlers mithilft, kocht das Parkett richtiggehend. Nach einer dreiviertel Stunde “Käpt’n Iglo auf Speed” sind sich die Konzertbesucher einig in ihrer Begeisterung und zollen der glücklich gewählten Vorband “punch’n'judy” ihren ehrlichen Respekt.

Als um neun dann die Lichter plötzlich gedimmt werden und der unheimliche “Folk Raider”, mit dem Widderschädel auf seinem Kopf und seinem krummen Magierstab, die Fans begrüsst, wissen diese: “Fiddler’s Green”-Zeit! – Passend zum Tour-Titel schütten die Fiddlers über ihren Fans mit dem Song “Wall of Folk” eine Packung “Instand Moshpit” aus. Die Dosis hält auch die nächsten Stücke vor, zum Beispiel bei “P stands for Paddy”, “Jump” oder “Scolding Wife”. Das meiste stammt aus der aktuellen CD, aber das Publikum kennt auch diese Titel schon gut und feiert ihre Lieblingsband mit ausgelassenem Tanzen.

Ruhiger wird es erst wieder bei der Ballade “Greens and Fellows”. Der Roadie zückt eine Irlandflagge und entpuppt sich als prima Fahnenschwenker. Nach dieser Entspannungspause machen die Fiddlers einen Ausflug von der Bühne ins Publikum, wo sie unter ihren Fans “The Star of the County Down” spielen. Den Song kennen alle und singen fleissig mit. Spontan bietet ein Gast Fiddler Tobi einen Schluck seines Biers an – dieser setzt an und lehrt den Krug in einem Zug. Der verdutzte Spender nimmt’s mit Humor und gibt Tobi einfach High Five.

Die Ausgelassenheit im Parkett nehmen Sänger Ralf “Albi” Albers und seine Mannen mit auf die Bühne für die die nächsten Titel: “Yiny”, Fields of Green” und Fiddlers Klassiker wie “Shut up and dance” und “Irish Air” reissen das unheimlich begeisterungsfähige Publikum mit. Als die Band nach “The Night that Paddy Murphy died” als ihren “letzten Song für heute” “Folk’s not dead” beenden und sich kurz bei den Fans bedanken, ist der letzte Mann noch nicht mal halb von der Bühne, als bereits Zugabe gefordert wird.

Da hilft es auch nicht, dass die Band ihre Fans musikalisch auffordert, den Heimweg anzutreten – “Bugger off”. Das ist der Menge völlig egal und ihre Zurufe nach weiteren Zugaben zerren die Fiddlers erneut auf die Bühne. Drei Lieder noch, darunter auch “Dirty Old Town”, soviel muss schon noch gehen. Erst nach dem Schunkelklassiker entlassen die zufriedenen Fans Ihre Helden, mindestens ebenso ausgepowert wie die Herren auf der Bühne.

Am Ausgang das Schild “Denkt an die Anwohner. Unterhaltet Euch leise.” ist an diesem Abend zumindest überflüssig: Die Fans sind zum Unruhe stiften viel zu erschöpft und zufrieden.

 

Wir haben die besten Bilder vom gestrigen Konzert für Euch in einer Bildergalerie zusammengestellt.

Bilder: Gaelnet.de / Wolfgang Hölzle

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FTI Touristik

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