Moderne Landwirtschaft bedroht irische Vogelwelt

22. Januar 2012 | Von | Kategorie: Umwelt, Wirtschaft

Der neue “Vogelatlas für Irland 2007 – 2011″, die genaueste Vogel-”Volkszählung” seit über 20 Jahren, schlägt bedenkliche Töne an: Für Irland typische und häufige Arten wir Goldammer, Brachvogel und Wachtelkönig sind in Irland inzwischen auf der irischen Insel vom Aussterben bedroht.

Es tut sich was in Irlands Vogelwelt: Während die bereits genannten Vogelarten genauso auf dem Rückzug sind wie auch zum Beispiel der Kuckuck, nehmen Bussarde wieder zu und der Specht meldet sich nach Jahrhunderten wieder zurück auf der Insel. Der Vogelatlas ist die Datengrundlage, auf derer sich die Umweltpolitik Lösungen für die nächsten Jahrzehnte überlegen muss. Dafür wurde die umfassendste Zählung  der letzten 20 Jahre unter den 578 Vogelarten vorgenommen, welche in Irland und England als heimisch bekannt sind. Sowohl die Arten, die angetroffen wurden, als auch deren Populationsdichte, können die Ornithologen damit erkennen und auch die Einflüsse der intensiven modernen Landwirtschaft oder der Klimaänderung.

Drei Vogelschutzvereine haben diese Mammutaufgabe gestemmt: BirdWatch Ireland, der British Trust for Ornithology und der Schottische Ornithologenclub. Dabei haben die Vogelfreunde einen erschreckenden Rückgang gerade bei den typischsten Vögeln Irlands festgestellt, demBrachvogel und dem Wachtelkönig. Die Zahlen des Wachtelkönigs allein fielen in letzten 20 Jahren um über 80 Prozent. Die Vögel sind einer Umstellung in der Landwirtschaft, als seit den 1970ern immer mehr von Heuernte umgestellt wurde auf Silage-Futter-Produktion. Dabei verloren die Wachtelkönige ihren Lebensraum.

Ähnliche Zustände herrschen aber auch beim Brachvogel, von dessen Population 60 Prozent weggebrochen sind. Auch diese Art leidet unter der Landwirtschaft: Das Trockenlegen von Feuchtbiotopen um Ackerland zu gewinnen vertreibt den Brachvogel, aber auch andere Watvögel wie den Kiebitz und die Schnepfe. Koordinator des Vogelatlas und BirdWatch Ireland Mitglied Brian Caffrey sieht pessimistisch in die Zukunft: “Wenn nicht wirklich intensiv an der Bewahrung dieser Vogelarten gearbeitet werden sollte, sehe ich keine Chance für ihr Überleben.”

Einer der wenigen Gewinner in letzter Zeit ist der Specht: Nachdem er im 17. und 18. Jahrhundert der Entwaldung Irlands zum Opfer gefallen war, kommen inzwischen wieder wenige Brutpaare von England herüber. Etwa 50 Paare schätzt man insgesamt im Moment in mehreren Counties Leinsters.

via: irishtimes.com

Bildnachweis: wikipedia

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