Künstler verwurstet 1,4 Milliarden Euro zu seinem Haus aus Papier

26. Januar 2012 | Von | Kategorie: Dublin, Kunst, Wirtschaft

1,4 Milliarden Euro braucht der Künstler Frank Buckley für sein Haus. Doch er baut das Haus nicht mit dem Geld, sondern daraus: Seine Kunstaktion aus geschredderten, ausgemusterten Euroscheinen, die direkt aus den Tresoren der Zentralbank stimmt nachdenklich.

Während des Interviewtermins mit der Irish Times lässt der Künstler auch mal einen Besucher mitmachen: Der junge Mann haut mit einem Hammer auf einen der Geldziegel und zerfleddert die Brocken wahllos. “Das sind 50.000 Euro, die Du gerade zertrümmert hast”, sagt ihm Buckley, der sich davon unbeeindruckt zeigt. Der Künstler kann ruhig bleiben, denn dort, wo sein Baumaterial herkommt, gibt es noch mehr als genug davon.

Die Dimension des Kunstwerks ist beeindruckend: Mit rund 1,4 Milliarden ausgemusterten Euros nimmt Buckley für sein Projekt sogar ein wenig mehr in Hand als gestern Finanzminister Noonan an ungesicherten Anleihen ausgezahlt hat. Der Künstler hofft, mit seiner Aktion die Menschen zum Nachdenken zu bringen, über Geld an sich und den Euro im Speziellen.

Das Papierhaus sollte anfangs als Galerie für Buckleys andere eigene Kunstwerke dienen, zog aber schnell als eigenes Kunstobjekt die Aufmerksamkeit auf sich. Buckley gerät immernoch auch selber in Verwunderung über all dies: “Während ich so in meinem Studio saß und meine Füsse auf einen 4-Millionen-Euro Würfel legte, dachte ich plötzlich ‘Mein Gott, das ist doch nur schlicht Papier’. Da fühlte ich, dass über dieses Thema gesprochen werden müsste. Schulkinder sollten hierher kommen und darüber diskutieren: Was bedeutet der Begriff Währung überhaupt?”

Die Mauern seines Papier-Hauses bestehen aus Euro-Ziegeln, während der Boden mit geschredderten Rechnungen gepolstert ist. Die Baustelle liegt in einem momentan unvermieteten Büroblock, der ironischerweise “Glass House” heisst. Buckley lebt in und arbeitet am Projekt schon seit ersten Dezember letzten Jahres. Als Nächstes soll eine Geld-Dusche entstehen.

“Aktuelle Entwicklungen kann man zu Kunst erheben”, sagt Buckley. Das Interview mit der Irish Times gibt es auf Youtube, mit interessanten Blickwinkeln des Hauses.

via: irishtimes.com

Bildnachweis: flickr (by Images_of_Money)

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