Bantry Bay macht mobil gegen Mega-Lachsfarm

9. Februar 2012 | Von | Kategorie: Cork, Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft

Käfig einer Lachsfarm

In Zeiten der Krise liegt die Chance für die Big Player im weltweiten Wirtschaftsgeflecht. Ist ein Land angeschlagen, tun sich Konzerne umso leichter, an begehrte Ressourcen zu kommen. Das wussten schon die Fugger und das wissen auch Konzerne wie der norwegische Fischerei-Konzern Marine Harvest, der versucht hatte, ohne große öffentliche Aufmerksamkeit eine 42 Hektar große Lachsfarm für bis zu 500.000 Tiere in der malerischen Bantry Bay zu errichten – mit all ihren negativen Konsequenzen für die Region und das Ökosystem. Doch nun regt sich der Widerstand, die Bürger organisieren sich und wollen gegen den Fischmulti aus Norwegen, er ein Drittel des Zuchtlaches in der Welt herstellt mobil machen.

Arbeitsplätze sind ein Argument, mit denen sich bemühte Kommunal- und Lokalpolitiker gerne ködern lassen, schließlich ist es ja am Ende ihrer bemühten Arbeit zuzuschreiben, dass die Menschen in Lohn und Brot kommen. Dumm nur, wenn von den versprochenen Jobs am Ende gerade mal zwei dauerhafte Arbeitsplätze bleiben und stattdessen zahllose heimische Fischer in ihrer Existenz bedroht sind. Außerdem befürchten die Anwohner der Bantry Bay eine massive Verschmutzung und Verunreinigung der Gewässer durch Chemikalien, Antibiotika und Krankheitserreger, sowie die Ausrottung der Wildlachs- und anderer Wildtierbestände.

Noch feiern offizielle Stellen das Vorhaben von Marine Harvest, doch möglicherweise werden sie sich besinnen müssen, denn ihr Wahlvolk probt den Aufstand und will bis zur Einspruchsfrist am 13. Februar möglichst viele Menschen mobilisieren. Mit Hilfe der modernen Online-Medien fanden sich innerhalb kürzester Zeit Menschen, Gruppen, Initiativen über E-Mail, Websites, Blogs und ja, Facebook, zusammen und organisierten sich. Die Blog-Website www.savebantrybay.org steht seit Dienstag im Netz und arbeitet für die Kommunikation und Koordination der Lachsfarmgegner. Man kann schon jetzt sagen: Der Plan einer geräuschlosen Genehmigung der Lachsfarm ist gescheitert.

Die Leute in der gesamten Bay sind alarmiert, überall tauchen nun Poster auf : “No Salmon Farm”. Übermorgen, am Samstag, dem 11. Februar, findet in Adrigole auf der Beara Peminsula, die erste öffentliche Veranstaltung zur Lachsfarm am Shot Head statt. Und es sind nicht nur einige wenige Bürger, die auf die Barrikaden gehen, nein, auch Fischerei-Koooperativen, Angelvereinen, Tourismusverbänden, örtlichen Unternehmen und einigen Politikern liegt eine intakte Bantry Bay am Herzen. Als erstes Etappenziel haben sich die Aktivisten die Abhaltung einer offiziellen öffentlichen Informationsveranstaltung vor einer Entscheidung für oder gegen die Lachsfarm am Shot Head. Doch dem müssen Irlands Agrarminister Simon Coveney und das Meeres-Ministerium zustimmen.

Website: www.savebantrybay.org

via irlandnews.com
Bildnachweis: wikipedia / Paul Lenz

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