Imagewechsel: Nordirlands Gefängnisse suchen auch katholische Wärter

16. Februar 2012 | Von | Kategorie: Gesellschaft, Nordirland

“Katholiken und Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt” – So oder so ähnlich darf man sich wohl die neusten Stellenanzeigen der nordirischen Gefängnisverwaltung vorstellen. Als Teil eines Image- und Generationswechsels sollen bis zu 200 neue Wärter eingestellt werden, während ältere Kollegen ihren Hut nehmen sollen. Bei der neuen Rekrutierungskampagne sollen Katholiken und Frauen besonders ermutigt werden, sich zu bewerben.

Colin McConell, Generaldirektor der nordirischen Gefängnisse, sagte, die Initiative sei ein Meilenstein: “Die Wichtigkeit, den Gefängnisapparat grundlegend zu reformieren, haben bereits mehrere Untersuchungen unterstrichen.” Zuletzt hatte ein Bericht über den Zustand des nordirischen Gefängniswesens letzten Oktober aufgefordert, man müsse für einen tiefgreifenden Imagewechsel und einhergehende Systemänderungen neues Personal rekrutieren.

Während der Troubles waren viele Wärter Protestanten und die Gefängnisse waren vor Allem darauf eingerichtet, mit den gewaltbereiten Kämpfern beider Seiten fertigzuwerden. Der Bericht von letztem Oktober hatte zum Beispiel kritisiert, dass die althergebrachten, 100prozentig auf die Sicherheit des Personals abgestimmten Gefängnisvorschriften nicht mehr zum heutigen typischen Häftling passten. Dadurch würden Projekte zur Resozialisierung im Gefängnis behindert – ein Mangel, der die Gefahr von Rückfälligkeit erhöht.

Wächter, die noch zu Zeiten der Troubles eingestellt und geschult worden waren, sollen mit einem attraktiven Angebot eine Frühpensionierung ins Auge fassen. So kann ein Gefängniswärter mit 40 Dienstjahren und 37.000 Pfund Jahreseinkommen mit einer Abfindung von etwa 120.000 Pfund und einer jährlichen Pension von 18.500 Pfund rechnen. 371 Kräfte haben dieses Angebot bereits angenommen.

via: Irish Times

Bildnachweis: flickr (by Roger Price)

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