30 Jahre Haus besetzt – Mann erstreitet unbefristetes Nutzungsrecht

19. Februar 2012 | Von | Kategorie: Dublin, Recht

Vor dem Supreme Court hat sich ein Mann diese Woche die Nutzungsrechte an einem Haus in Dublin gesichert, das er seit 30 Jahren “besetzt”. Im englischsprachigen Recht gibt es den Begriff des “squatting”, der weniger einen Hausbesetzer im deutschen Rechtssinne umschreibt, als vielmehr jemanden, der eine Immobilie einfach nutzt, falls sich die Eigentümer nicht dafür interessieren und kümmern. Diese “Squatting-Rights” machte der jahrzehntelange Bewohner des Hauses Desmond Grogan nun erfolgreich geltend.

Als Mitarbeiter eines Auktionshauses hatte Grogan von der alten Dame ohne nähere Verwandte erfahren. Die Dame, Rechtsanwältin Alice Dolan, starb dann im Oktober 1981, ohne ein Testament hinterlassen zu haben. Im Februar 1982 erreichte Desmond Grogan die Nachricht von Frau Dolans Tod. Er brach daraufhin über den Hintereingang ins Haus ein und zog bis auf weiteres ein.

Als 2002 der Chief State Solicitor zuständig wurde, sich um die bisher ungeklärte Erbschaft zu kümmern, beauftragte dieser das Kreisgericht, Desmond Grogan aufzufordern, einen Eigentumsnachweis für das von ihm bewohnte Haus vorzulegen. Diese Unterlagen konnte er natürlich nicht vorweisen, berief sich jedoch auf seine “Squatting Rights”. Er wohne bereits seit 1982 in den Anwesen und habe nach einer Frist von 12 Jahren dauerhaften dort Wohnens schon das Nutzungsrecht aus Gewohnheit.

Die Richter am Supreme Court gaben Grogan in seiner Argumentation recht. Der Chief State Solicitor kann den Mann nicht mehr aus dem Haus im Stadtteil Phibsboro hinauswerfen lassen.

via: herald.ie

Bildnachweis: flickr (by Paul Peracchia)

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