Vermisstes 500 Jahre altes Buch nach 100 Jahren zurück in Bibliothek

6. März 2012 | Von | Kategorie: Kurios

Nur ein Blick des Bibliothekars reichte, um den vermissten Band zu erkennen: Das 500 Jahre alte Buch über die Medizin des antiken Arztes Galen war 100 Jahre verschwunden gewesen – bis es ein Rechtsanwalt kürzlich in einem Trödelladen kaufte. Jetzt ist das historisch wertvolle Lehrbuch wieder Teil der Archbishop Marsh’s Library in Dublin.

Der Band ist Teil eines fünfbändigen Werks, welches ursprünglich 1538 in Basel erschienen war. Die Bände waren Teil der Sammlung der Archbishop Marsh’s Library seit deren Gründung  1701. Seit 100 Jahren fehlte der Band schon bereits, als ein anonym bleiben wollender Rechtsanwalt es vor kurzem in einem Trödelladen erstand, zusammen mit einem Spiegel, für 90 Euro. Dr. Jason McElligott von der Marsh’s Library zu dem Fund: “Der Band ist absolut unschätzbar wertvoll für die Wissenschaft.”

Dr. McElligott sagte, als der Band letzten Freitag zu ihm gebracht wurde, eingewickelt in der Irish Times, erkannte er das Buch innerhalb von Sekunden. Der Rechtsanwalt, der es ihm brachte, sagte der Trödelladen sei durch eine Haushaltsauflösung im wohlhabenden Stadtbezirk “Dublin 4″ an den Band gekommen. Der Rechtsanwalt wollte seinen Namen nicht nennen und weigerte sich auch, jedwede Belohnung anzunehmen. Dr. Elligott beschrieb den Finder als “perfekten Gentleman und Akademiker. Besonders beeindruckend war, dass er jeglichen Finderlohn abalehnte – alles, was er wollte war, das Richtige zu tun.”

Die fünf Lehrbücher gehörten vor der Bibliothek dem englischen Arzt und Forscher Theodore Gulston. Dieser lebte im 17. Jahrhundert und wollte auf Basis von Galens Arbeit fortfahren und den Text auch für die Studenten verständlicher machen. Der jetzt wiederaufgetauchte Band ist voller Anmerkungen ein Einlegeblättern mit Notizen Gulstons – ein unschätzbares Kleinod für die moderne Wissenschaft. Wie der Band abhanden kommen konnte, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Zwar war Marsh’s Library die erste öffentliche Bibliothek Irlands, aber die Werke durften den Lesesaal eigentlich nie verlassen.

via: Irish Times

Bildnachweis: flickr (by Paul Graham Raven)

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