Trauer um den “letzten Dubliner”

6. April 2012 | Von | Kategorie: Dublin

Gaelnet-Redakteur Tom Brütting im Gespräch mit Barney McKenna

Der plötzliche und unerwartete Tod von Dubliners-Gründungsmitglied Barney McKenna erschüttert Kollegen, Fans und die gesamte irische Musikwelt. In zahlreichen Statements drückten Weggefährten und Freunde des 72-jährigen Musikers ihre Betroffenheit aus. McKenna war am Donnerstagmorgen in seinem Haus in Howth in Gegenwart eines Freundes gestorben.

Es muss ein Tod gewesen sein, wie ihn sich viele Menschen wünschen – friedlich, mitten aus dem Leben heraus, und in Anwesenheit eines guten Freundes. Gitarrist Michael Howard verbrachte den Morgen mit Barney McKenna in dessen Haus in Howth und war in seinen letzten Minuten bei ihm. Howard zufolge war McKenna in guter Verfassung, als sie sich mit einer Tasse Tee an den Frühstückstisch setzten.

“Wir haben uns unterhalten und mit einem Mal sank Barneys Kopf auf seine Brust, so als ob er eingenickt wäre”, erinnerte sich Howard später an die dramatischen Sekunden. Zwar wurde McKenna noch eiligst ins Beaumont Hospital eingeliefert, doch die Ärzte konnten nur mehr den Tod des beliebten Musikers feststellen.

Die Website von Patsy Watchorn und den Dubliners vermeldete den Tod McKennas in einem kurzen aber bewegenden Statement. “Das Band der Freundschaft zwischen den Dubliners ist das tiefste und herzlichste, das man sich auf dieser Erde vorstellen kann. Aus diesem Grund bitten wir Euch um Verständnis, dass wir im Augenblick viel zu geschockt sind, um unsere Gefühle und Barneys Bedeutung für uns alle und die zahllosen Fans angemessen ausdrücken zu können,” hieß es auf der Website.

Eamon Campbell, Gitarrist und Produzent der Dubliners, erklärte gegenüber der Irish Times, er sei am Boden zerstört, McKenna sei wie ein Bruder für ihn gewesen. “Barney war ein drolliger Geselle und immer angenehme Gesellschaft. Man wusste nie, womit er im nächsten Moment ankommen würde. Mein Lieblingsong war “I’m a man you don’t meet every day” – und das war so wahr in Bezug auf Barney”.

“Barney war die wichtigste Person im Banjospiel”

Irlands Präsident Michael D. Higgins, selbst ein langjähriger Freund von McKenna, zollte der Lebensleistung des beliebten “Banjo Barney” Tribut. “Sein Einfluss auf und seine Großzügigkeite gegenüber anderen Musikern waren immens”, erklärte Higgins und erinnerte an dessen großen Einsaz für die Iren im Ausland und zu Hause, an die Popularität der Band und an McKennas musikalischen Beitrag im Bereich des Banjo-Spiels

RTÉ-Radio-Moderator und ehemaliger All-Ireland-Champion im Tenor-Banjo Kieran Hanrahan erklärte, alle Spitzen-Banjospieler Irlands der 1960er und 1970er Jahre stünden in der Schuld von Barney McKenna. “er war die wichtigste Person wenn es ums Banjospiel in der traditionellen irischen Musik ging”, sagte Hanrahan. “Es war ganz egal ob du 5 oer 65 warst – wenn man Interesse am Banjo zeigte, setzte sich Barney zu einem und zeigte einem, wei er das Instrument spielte.”‘

Die Beerdigung von Barney McKenna wird am Ostermontag in Trim stattfinden. McKennas Familie stammte ursprünglich aus Trim und der Dubliner hatte sich immer wieder in ein Refugium dort zurückgezogen. Auch am Tag seines Todes wollte er dorthin fahren. Die Totenmesse ist für Montag, 12.30 Uhr angesetzt, im Anschluss werden die sterblichen Überreste Barney McKennas auf dem St. Lomans Friedhof beigesetzt.

via Irish Independent
Bildnachweis: Gaelnet.de / Jan O. Deiters

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