Trockenheit bedroht Saisonstart für Kanal-Boote

9. April 2012 | Von | Kategorie: Umwelt, Verkehr

Bootbesitzer und Urlaubskapitäne aufgepassst: Die andauernde Trockenheit auf der grünen Insel wird für die Binnenschiffer inzwischen zum Problem. “Waterways Ireland” warnt vor den niedrigen Pegelständen auf Irlands Kanälen und Seen.

Die Bootsfahrer machen sich und ihre Schätzchen gerade fit für die neue Saison auf den irischen Kanälen und Seen, da droht schon die schwarze Flagge auf dem Endspurt zum ersten Ausflug des Jahres: Die momentane Trockenheit lässt die Pagel auf den irischen Wasserwegen so stark sinken, dass “Waterways Ireland”-Inspektor Korvettenkapitän a.D. Charles Lawn eine offizielle Warnung an alle Binnenschiffer herausgegeben hat.

“Eigner und Nutzer seien gewarnt dass, sollte sich die trockene Witterung fortsetzen und die Wasserstände unter die Sommer-Pegel fallen, ihre Boote akut gefährdet sind, auf Grund zu laufen; vor Allem Boote mit mehr Tiefgang”, warnte Lawn in seiner Ausführung. “Um diese Gefahr zu vermindern, sollten die Eigner wann immer möglich nahe der Mittellinie der Kanäle oder direkt darüber fahren und sowohl Abkürzungen in scharfen Kurven vermeiden als auch zu nahe an die Markierungsbojen der Schifffahrtsrinnen heranfahren. Auch eine geringere Geschwindigkeit hilft.” Bei hohem Tempo gibt es eine Art Saugeffekt, den sogenannten “squat effect”, der Schiffe weiter ins Wasser drückt, als ihr Gewicht dies allein vermuten liesse.

Auch Ablaufbahnen am Ufer seien von sinkenden Wasserständen betroffen: Wer zu weit die Helling herunterfährt, riskiere am deren Ende, mit seinem Bootsanhänger von der Betonkante zu rutschen und Boot oder Aussenborder zu beschädigen.

Die Warnungen wurden von Waterways Ireland und der Inland Waterway Association of Ireland heruasgegeben.

via: Irish Times

Bildnachweis: flickr (by Bart Busshots)

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4 Kommentare auf "Trockenheit bedroht Saisonstart für Kanal-Boote"

  1. Pike sagt:

    Leute, Leute, macht mal nicht gleich die Pferde scheu: der derzeitige Wasserstand des Shannon liegt noch deutlich über dem Sommer-TIefststand, wenngleich wir auch deutlich weniger Wasser haben als sonst im Frühjahr. Der Erne ist wesentlich “anfälliger”, da deutlich flacher, ebenso die Kanäle, die allerdings ‘eh kaum genutzt werden, und wenn dann meist von Booten, die dafür geeignet sind.
    Nicht geeignet für die irischen Binnengewässer sind hingegen vor allem viele der zweimotorigen Privatboote, mit großem Tiefgang, die während der Celtic-Tiger-Jahre nach Irland gekommen sind. Und deshalb auch die Navigationswarnung von Waterways Ireland!
    “Normale” Mietboote sind kaum betroffen und wenn man sich an die Navigationszeichen hält, kann eigentlich nichts passieren.
    Übrigens hat es gestern und heute rund 4 Liter pro Quadratmeter geregnet, das “Problem” erledigt sich also ganz natürlich von alleine. Von einer “schwarzen Flagge auf dem Endspurt zum ersten Ausflug des Jahres” kann also überhaupt keine Rede sein und es wäre auch in diesem Fall mal wieder besser gewesen, wenn ihr nicht einfach alles ohne Überprüfung (ugs.: Recherche) verbreiten würdet, was euch irgendwo im Netz unterkommt.
    Nichts für ungut,
    Gruß vom Lough Ree,
    Sven aka Pike

    • admin sagt:

      Hallo Sven,

      den Recherchevorwurf kann ich so nicht nachvollziehen, da Du ja in Deinem Statement quasi genau bestätigst, was wir oben geschrieben haben. Denn letzten Endes vermelden wir ja nur, dass es einen Niedrigstand gibt – was Du ja auch bestätigst – und dass Waterways Ireland eine entsprechende Warnung herausgegeben hat, was auch unbestritten ist.

      Zu dem von Dir kritisierten Stichwort “Schwarze Flagge”. Da ist bei genauem Lesen nicht von “normalen Mietbooten” die Rede, sondern von Eignern, die “Ihre Schätzchen” klarmachen. “majo” bezieht sich also eindeutig auf Privatboote, also auf die Boote mit dem von Dir und dem Korvettenkapitän erwähnten potenziell größeren Tiefgang und nicht auf die von Urlaubern genutzten Mietschiffe.

      Dennoch danke für’s Reinschauen und Dein Feedback
      Tom

      • Pike sagt:

        Inzwischen waren’s alleine heute, am Ostermontag, neun Liter pro Quadratmeter hier in den Midlands :-)
        Charles “Charlie” Lawn ist ein guter Bekannter von mir und diese Niedrigwassermeldung wird vom Waterways Ireland (WI) regelmäßig verbreitet, mindestens einmal pro Saison in mehr oder weniger exakt demselben Wortlaut, allerdings eben in der Regel in den Sommermonaten. Diese Meldung im Boulevardstil aufzuarbeiten halte ich persönlich einfach für der Sache nicht undedingt dienlich. WI garantiert eine Mindesttiefe von sechs Fuß in der Fahrrinne und die haben wir immer noch, bei jetzt steigenden Pegeln. Also alles nichts Besonderes, einfach nur eine Warnung umsichtig zu navigieren, vergleichbar mit einer Warnung daß im Winter mit Straßenglätte zu rechnen ist :-)
        Unter Recherche verstehe ich etwas anderes, nämlich die Auswertung mehrerer unabhängiger Quellen – so habe ich das jedenfalls mal gelernt. Aber im Internetzeitalter ist eben vieles anders ;-) Ich werde trotzdem oder gerade deshalb wieder reinschauen und evtl auch wieder ein feedback abgeben.
        Gruß aus den Midlands,
        Sven aka Pike

  2. admin sagt:

    Hallo Sven,

    ich arbeite seit mittlerweile 12 Jahren in für eine große deutsche Tageszeitung. Wenn mir die Feuerwehr in einer Pressemitteilung mitteilt, dass wegen großer Trockenheit Waldbrandgefahr herrscht, dann gehe ich als Redakteur auch nicht in den Wald und frage einen Spaziergänger ob das auch wirklich stimmt, nur um eine “unabhängige Quelle” befragt zu haben. Eine Fachbehörde, wie in diesem Fall Waterways Ireland, hat auch bei Journalisten in solchen Fällen einen gewissen Vertrauensvorschuss.

    Ansonsten freuen wir uns auch, wenn die Pegel steigen. Ich bin eben aus England zurück, wo in einigen Regionen wegen Wasserknappheit schon der Verbrauch eingeschränkt wurde.

    Gruß
    Tom

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