(K)ein Whiskey für den Lord

17. April 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Das berühmte Schloss von Slane, Wohnsitz der Mountcharles-Familie und Ort legendärer Rockkonzerte könnte in absehbarer Zeit auch Standort einer Whisky-Destillerie werden. Lord Henry Mountcharles, der seit einigen Jahren einen Whiskey der Cooley Distillery als Slane Castle Whiskey vertreibt, will sich nicht mit einem Lieferstopp der Destillerie abfinden und plant daher, selbst in die Produktion einzusteigen.

Der Aufbau einer neuen Destillerie ist ein teures Vergnügen, schließlich muss – neben all den notwendigen Bauten und Anschaffungen – erst einmal mindestens drei Jahre bei vollen Personal und Materialkosten produziert werden, bevor ein gereiftes Produkt überhaupt verkauft werden kann und Verkaufserlöse fließen.

Doch das ficht Lord Henry Mountcharles, den Hausherrn von Slane Castle nicht an, denn Lord Henry ist sauer. Richtig sauer! Sauer ist er auf die nicht ganz unbekannte Jim Beam-Gruppe, die im Dezember 2011 die Cooley-Distillery übernommen und den Lord vom Nachschub seines Hausdestillats “Slane Castle Whiskey” abgeschnitten hat.

Der seit drei Jahren von Cooley produzierte und von Lord Mountcharles vor allem in den USA vertriebene Blend war im vergangenen Jahr bei en “Irish Whiskey Masters” in London mit einer Goldmedaille ausgezeichnet worden. Das Geschäft mit dem edlen Tropfen lief gut, ein Vertrag für den Vertrieb in Asien stand kurz vor der Unterzeichnung, als Jim Beam respektive Cooley von einem Tag auf den anderen den Lieferstop verkündeten.

Fokussierung auf die Kernmarken

Hintergrund ist laut Jim Beam-Gruppe eine Fokussierung der Destille im County Louth auf den Ausbau ihrer Kernmarken Tyrconnell, Connemara, Kilbeggan und Greenore. Um für die steigende Nachfrage der Eigenmarken den Nachschub zu sichern, habe man sich entschlossen, die Lieferung an Drittmarken einzustellen, so der Konzern.

Nun sollen also Brennblasen auf dem hochherrschaftlichen Anwesen im County Meath Einzug halten. Angeblich sollen bereits erste Planungen und Untersuchungen im Gange sein, ob, wie und wo eine Destille in Slane errichtet werden könnte. Dass ein solches Unterfangen durchaus Erfolg haben kann, hat in Irland bereits ein gewisser John Teeling bewiesen. 1987 hatte Teeling selbst eine neuen, unabhängige Destillerie gegründet – Cooley!

Lord Henry Mountcharles scheint entschlossen zu sein, sich nicht dauerhaft aufs Trockene setzen zu lassen. Und es könnte funktionieren, denn nicht nur Lord Henry wird nicht mehr von Cooley beliefert, auch zahlreiche andere Markeninhaber sind derzeit ohne Whiskey und auf Nachschub angewiesen.

Doch ganz so schnell geht es nicht, denn was ein echter Irish Whiskey werden will, muss mindestens drei Jahre reifen. Und gebaut ist die neue Brennerei ja auch noch nicht.

via Slane Whiskey
Bildnachweis: wikipedia / sitomon (CC-Lizenz)

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Ein Kommentar auf "(K)ein Whiskey für den Lord"

  1. [...] Wie es scheint, wird Irlands Whiskey-Landkarte bald eine neue Destillerie verzeichnen können. Nachdem die Cooley-Distillery nach ihrer Übernahme durch die Jim Beam-Gruppe allen unabhängigen Abfüllern die Lieferverträge gekündigt hat, suchen die nun nach Alternativen. Einer der so auf dem Trockenen sitzenden, der Eigentümer von Slane Castle, Lord Henry Mountcharles, denkt nun darüber nach neben dem Schloss eine eigene Destillerie für seinen Premium-Blend “Slane Castle Whiskey” zu errichten, berichtet Gaelnet Irish News. [...]

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