Die inoffizielle Botschaft Dublins

20. April 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Dublin jenseits der großen Sehenswürdigkeiten, Busrundfahrten und Walking Tours zeigen, Einblicke in das Dublin der Dubliner geben, das ist das Ziel des “Little Museum of Dublin” am St. Stephen’s Green. Mit vielen Exponaten und einem innovativen “Botschaftskonzept” erzählen Simon O’Connor und seine Mitarbeiter die vielen kleinen Gesichten einer Stadt mit Geschichte und Charakter.

Nur ein unauffälliges grünes Holzschild vor einem der vielen georgianischen Häuser am Nordrand des St. Stephen’s Green im Herzen der irischen Hauptstadt weist auf das Little Museum of Dublin hin. Hinter dem Schild verbirgt sich ein herrlich entschleunigtes Stück Städtetourismus für das man sich ruhig die Zeit nehmen sollte.

In zwei Räumen im Obergeschoss hat Museumsleiter Simon O’Connor eine vielfältige Sammlung an Bildern und Exponaten zusammengetragen, die zusammen ein buntes Mosaik der modernen Stadtgeschichte bilden. Und zu jedem Stück kann Simon eine Geschichte erzählen, die dem Besucher einen Einblick hinter die Fassade der irischen Hauptstadt gewährt.

Aufruf in der Zeitung brachte Exponate

Gerade fünf Monate hat der Aufbau der Sammlung gebraucht, berichtet Simon O’Connor. Ein Aufruf in der Zeitung habe ein so enormes Echo ausgelöst, so dass noch immer viele Exponate auf ihre Präsentation warten. Und so sind die Wände der beiden Ausstellungsräume bis an die Decke voll, jeder Zentimeter wird genutzt, jedoch ohne dass die Ausstellung überfrachtet wirkt.

Geordnet sind die Stücke chronologisch, ausgehend von einem Foto, das die englische Königin Victoria bei ihrer Ankunft in Irland zeigt. Hohe Besuche neben Alltagsleben, die Königin neben einem Werbeplakat für das Kaufhaus im Zentrum, und auch der irische Freiheitskampf findet Platz.

Wer mit Simon o’Connor durch die Räume streift, kann sich so seine ganz individuelle Tour zusammenstellen, indem er den Hausherrn, der auf alle Fragen eine spannende Antwort parat hält, mit Fragen zu interessanten Exponaten löchert.

Der gelernte Grafikdesigner und klassische Komponist ist Direktor des “Little Museum of Dublin” und steckt hinter einer weiteren simplen aber doch genialen Idee, der “City of a thousand welcomes”.

Gutscheine für kostenlose Drinks

Touristen können im “Little Museum” einen “Dublin-Botschafter” treffen und erhalten im Museum kostenlose Gutscheine, die in Pubs oder Cafes der Umgebung gegen ein Pint oder einen Tee eingetauscht werden können.

Während der Unterhaltung bei Guinness oder Tee geben die ehrenamtlichen “Botschafter” dem Besucher Einblicke in “ihr” ganz persönliches Dublin, berichten vom Leben in der irischen Hauptstadt, verraten ihr Lieblingspub oder sehenswerte Ecken “off the beaten Track”.

Als Simon o’Connor nach den ersten Freiwilligen Botschaftern suchte, schraubte er seine Erwartungen bewusst nicht zu hoch, doch er wurde positiv überrascht. “Wir hatten gehofft, nach drei Monaten auf ungefähr 1000 Bewerbungen zugreifen zu können, doch innerhalb weniger Tage hatten wir 3500 Anfragen”, berichtet o’Connor.

Bei den Besuchern kommt die “inoffizielle Botschaft” Dublins gut an, die Resonanz ist durchwegs positiv. Um auch im eigene Haus einen Rückzugsraum für die Gespräche mit den Botschaftern zu geben, soll in den Erdgeschoßräumen des Museums noch in diesem Jahr ein kleines Café entstehen. Und auch die Ausstellung soll sich weiterentwickeln, verspricht Simon o’Connor.

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