Pauschale Wassersteuer für rund ein Drittel der Haushalte

23. April 2012 | Von | Kategorie: Politik

Die Informationspolitik zur Einführung von Wasserzählern in Irland hat große Ähnlichkeiten mit einem tropfenden Wasserhahn: Nur sehr spärlich gelangen die Informationen an die Öffentlichkeit. Nachdem erst vor kurzem bekannt wurde, dass die Iren ihre Wasserzähler selbst zahlen sollen, derzeit sind rund 300 Euro im Gespräch, wurde nun bekannt, dass in rund einem Drittel der Haushalte gar kein Wasserzähler installiert werden soll. Weil sich die infrage kommenden Anwesen nicht zur Installation eines Zählers eignen würden, solle eine pauschale Steuer erhoben werden, heißt es von offizieller Stelle.

Nach jetzigen Schätzungen können bei etwa einem Drittel der Haushalte in Dublin kein Wasserzähler angebracht werden, sei es weil sie sich die Wasserleitung mit den Nachbarn teilen, oder weil die Hauptleitung das Haus unterirdisch erreicht. Die Situation in Dublin spiegele auch die Lage im Land wider, so Executive Manager Tom Leahy vom Dublin City Council. Haushalte, in denen die bauliche Situation ein Anbringen von Wasserzählern verhindert, sollen eine pauschale Steuer zahlen.

Diese Zahlen wies eine Sprecherin von Umweltminister Phil Hogan umgehend zurück. “Maximal 300.000 Haushalte” seien es, bei denen bei der Einführung kein Wasserzähler installiert werden könne, Tendenz sinkend. Wie viele Wasserzähler tatsächlich angeschlossen werden können, zeigt sich wohl erst während des Installationsprozesses, den der Umweltminister schon jetzt mit “mehreren Jahren” veranschlagt.

Angesichts der widersprüchlichen und erst nach und nach bekannt werdenden Informationen rund um das Thema Wassersteuer spricht der umweltpolitische Sprecher von Fianna Fáil, Niall Collins, von einer Farce. Damit sieht er sich in großer Übereinstimmung mit der irischen Bevölkerung: Nur 28 Prozent zeigen sich mit den jetzt bekannten Regierungsplänen einverstanden.

via: Irish Times
Bildnachweis: flickr.com via Nationaal Archief

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