Mit dem Flieger gegen Torfstecher

29. April 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

In ihrem Kampf gegen illegale Torfstecher geht die irische Regierung jetzt in die Luft. Cessnas der Defence Forces fliegen die Sümpfe der Insel ab und suchen nach nicht genehmigten Abbaustellen. Doch bisher haben die Torfflieger noch keine schwarzen Schafe zur Strecke gebracht.

Torf ist ein beliebter Brennstoff in irischen Haushalten, das Stechen des eigenen Torfs ist, parallel zur staatlich gelenkten industriellen Förderung, in vielen Teilen des Landes eine Tradition. Doch der Raubbau an der Natur hat Folgen, nur noch rund ein geringes Bruchteil der einstmals bestehenden Hochmoore existieren heute noch.

Heute sind 139 Hochmoore in 53 Hochmoorschutzgebieten zusammengefasst, die vom National Parks and Wildlife Service (NPWS) gepflegt und überwacht werden. Doch nicht alle halten sich an die Schutzgebiete und stechen weiterhin Torf in den geschützten Mooren.

Laut Informationen des Irish Indpendent hat das Irish Air Corps in den vergangenen Wochen 45 Missionen in zwölf der insgesamt 53 Schutzgebiete abgeflogen, an Bord Parkranger des NPWS. Doch die Tiefflug-Aktionen brachten keinen Erfolg. Im zuständigen Ministerium für Künste, Kulturerbe und Gaeltachten spricht man gar nur von fünf kontrollierten Gebieten.

Eingesetzt werden einmotorige Propeller-Maschinen vom Typ Cessna FR172H. Die Maschinen mit hervorragenden Langsamflugegenschaften werden gewöhnlich zur Luftüberwachung der Küsten und als Begelitschutz für Geld-, Gefangenen- oder Explosivstoff-Transporte eingesetzt.

Der zuständige Minister Jimmy Deenihan hat, trotz seines Einsatzes für den Erhalt der Moore, auch Verständnis für die illegalen Torfstecher. “Ich stamme selbst aus dem ländlichen Irland und ich kann die tiefen, mit dem Thema verknüpften Emotionen verstehen. Das Moor, in dem meine Familie über 100 Jahre ihren Torf gestochen hat ist heute auch ein Schutzgebiet”, erklärt der Minister.

“Wenn wir aber diese letzten Hochmoore, die ohnehin schon erheblich zurückgegangen sind, verlieren sollten, werden sie unwiederbringlich verschwunden sein und das würde uns enorme Strafzahlungen einbringen (wg. der EU-Habitat-Verordnungen / Anm. d. Red.). Das kann sich der Steuerzahler einfach nicht leisten.

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