Irland droht Streik im Gesundheitswesen

30. Mai 2012 | Von | Kategorie: Gesundheit

Pläne der Regierung, die Registrierung von Freiberuflern im Pflege- und Gesundheitswesen* mit einer jährlich zu entrichtenden “Registrierungsgebühr” von fast 300 Euro zu verbinden, sorgen für Empörung unter den Pflegerinnen und Pflegern. Sollten die Pläne vorangetrieben werden, könnte Irland ein Streik der rund 20000 Freiberufler im Gesundheitswesen drohen.

Die Grundidee ist gar nicht schlecht. Freiberuflern im Pflege- und Gesundheitswesen sind seit 2005 gesetzlich verpflichtet, sich registrieren zu lassen. Erst dann werden sie amtlich zugelassen. Registrierungspflichtig sinddemzufolge klinische Biochemiker, Psychologen, Fußpfleger, Ernährungsberater, Orthoptiker, Physiotherapeuten, Röntgenassistenten, Sprech- und Sprachtherapeuten, Ergotherapeuten, soziale Pflegekräfte und Sozialarbeiter.

Als Folge könnten Pflegekräfte, die durch fachliches Fehlverhalten, schlechte Leistungen, eine rechtskräftige Verurteilung oder krankheitsbedingte Einschränkungen wie auch Alkohol- oder Drogenabhängigkeit auffalen, aus dem Register gestrichen werden.

Die Registrierung sieht auch die betroffene Gewerkschaft positiv, doch die irische Regierung hat eine neue Idee. Für die Registrierung sollen die Freiberufler künftig eine Registrierungsgebühr von 295 Euro pro Jahr berappen, und das stößt den meisten ziemlich sauer auf. Die Gewerkschaft “Impact”, die Freiberufler im Gesundheitswesen vertritt spricht von einer Beschäftigungssteuer und kündigt an “alles zu tun, was nötig sei” um die Gebühr zu reduzieren.

Die stellvertretende Generalsekretärin von Impact, Christina Carney, betonte auf einer Konferenz in Dublin, man befürworte die Registrierung grundsätzlich, da sie helfe die Qualität und den hohen professionellen Standard zu halten. Die Gebühren seien jedoch zu hoch und unfair, so Carney.

“Eine gesetzliche Registrierungsgebühr von 295 Euro pro Jahr stellen eine Steuer auf Beschäftigung dar”, argumentiert die Gewerkschafterin. “Es ist möglich, eine für alle akzeptable Lösung zu finden und wir werden uns nicht mit den Gebühren in ihrer derzeitigen unfairen Höhe abfinden und wir werden alles nötige tun, um eine gerechte Lösung zu erreichen”, so Carney weiter.

Man werde die Gespräche mit der Regierung weiterführen, doch sollten diese nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen, könnte man sich in einem Arbeitskampf wiederfinden. Die Zeit für eine Lösung verstreiche und, so Carney, man lege dem Minister nahe, die Entschlossenheit der betroffenen Freiberufler nicht zu unterschätzen.

via Irish Examiner
Bildnachweis: flickr.com / Stephanie Asher (CC-Lizenz)

Tags: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Achtung: Mit Abgabe eines Kommentars erkläre ich mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse ausschließlich zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.
Ihre Daten werden dabei mit den Daten bekannter Spamversender abgeglichen und vier Tage gespeichert, eine weitere Verwendung ihrer Daten findet nicht statt.
Weitere Informationen zur Funktionsweise von Akismet und Widerrufsmöglichkeiten..