Wirbelnder Feenstaub: Celtic Woman in München

5. Juni 2012 | Von | Kategorie: Musik

Celtic Woman in München – tolle Stimmen und eine tolle Show in der leider nur zu zwei Dritteln vollen Olympiahalle. Aber wie war die Stimmung – und die Keltinnen? Hier der Bericht: 

Nach dem Einchecken der Gaelnet-Redaktion, kurz vor 20 Uhr, sitzt das Publikum bereits erwartungsfroh und mit Programmheftchen ausgerüstet bereit, noch munter plaudernd. Zwei Reihen weiter drei Rotschöpfe, alle um die zehn oder zwölf Jahre alt, mit Tour-Shirts ausstaffiert: Alle drei wippen schon aufgeregt auf den Sitzen und plappern auf Gälisch ihrer Mutter das Ohr ab. Allseits herrscht gute Laune und angesichts der noch etwa ein Drittel leeren Ränge rechnen alle mit noch etwas Wartezeit.

Aber die keltischen Power-Elfen überraschen mit hoher Pünktlichkeit. Um fünf nach acht schweben “Celtic Woman” über eine Showtreppe in der Mitte der Bühne ein, zusammen mit dem ebenfalls vierköpfigen Chor. Maired Nesbitt, Chloe Agnew, Lisa Lambe und Susann McFadden, in ihren weiten und langen türkisen Kleidern, gleiten die Treppe zwischen den beiden imposanten Perkussion-Burgtürmen herab, zu den hymnischen Klängen von “Awakening”. Sofort nach kurzem Applaus rauschen die Mädels weiter im Programm mit dem Gute-Laune Stück “Dúlaman” – “Seetang”. Lisa Lambe zeigt im Anschluss-Solo ihre Kastagnetten-Künste mit den Löffeln, wozu das Publikum einsteigt und mitklatscht.

Vor dem dritten Song des Abends begrüsst Cloe die Fans in der Olympiahalle auf Deutsch und erntet damit spontanen Beifall. Allerdings ist das Publikum noch nicht ganz warm, denn auf ihre Frage “Wollen Sie eine gute Zeit?” kommt der Applaus zwar auch spontan, aber eher verhalten.

So geben Celtic Woman dem Münchner Zuschauern noch etwas Zeit und machen weiter mit einem ruhigen Lied, “Nocturne”. Die Bühne wird dazu stimmungsvoll ausgeleuchtet. Der geraffte blaugraue Stoff hinter den Musikern wirkt zu den sich bewegenden blauen Lichtern wie die irische See.

So müssen besessene Elfen aussehen

Mit dem nächsten Bruch in der Geschwindigkeit reissen dann Celtic Woman das bisher zurückhaltende Publikum mit: Maired stimmt auf ihrer Geige das Reel “The Foxhunter” an und wirbelt dabei über die Bühne – so muss eine besessene Elfe aussehen! Die Fans klatschen auf der Stelle im Takt und spendieren Maired danach grossen Beifall.

Abwechslung bietet die Show reichlich. Direkt nach Foxhunter kommt mit Rod Stewarts “Sailing” wieder ein eher hymnisches Stück, zu dem die vier Mädels und der Chor rhythmisch hin und her schwingen. Von Chris de Burghs “A Woman´s Heart” hangeln sich dann die tollen Stücke weiter über “Follow on” bis zu “Danny Boy”, einem Stück, das seit Gründung von Celtic Woman zum Repertoire gehört. Mit dem sehr rhythmischen “Mo Ghile Mear” schickt die Gruppe ihre Fans unter grossem Applaus in die Pause.

Nach kurzen 20 Minuten Pause entführt ein getragen vorgeführtes “Amazing Grace”, unter Zuhilfenahme eines schicken Dudelsackspielers, die Fans wieder ins Celtic Woman-Feenreich. Die aktuelle Produktion namens “Believe” zeigt wieder, wie die ganze Show über, wie man altbekannte Stücke mit richtiger Beleuchtung und Bühnendramaturgie der Sängerinnen und der weiteren Musiker wieder einmal ergreifend wirken lässt: Die drei kleinen Kelten zwei Reihen weiter vorn strecken derart ihre Köpfchen, dass sie dem Vordermann direkt Anschlag im Genick hängen.

Und auch drei Stücke weiter im Programm, bei “Water is Wide”, beschwört der Beleuchter auf den schwingenden Ballkleidern der Sängerinnen den Eindruck der wogenden See herauf – grosse Show. Leider ist das Publikum an diesem Abend nicht weiter bereit, aus sich herauszugehen, als Applaus zu spenden: Als Lisa Lambe für das bekannte “Green grow the Rushes” die Zuschauer zum Mitsingen anstacheln möchte, erntet sie leider nur verlegenes Kichern aus dem Parkett. Schade.

Erst mehrere Songs später erwacht die Olympiahalle erneut, als Maired nach “Mna na Heireann” (“Women of Ireland”) noch ein Solo mit Steptänzer drauflegt.- Hier fallen die Fans wieder spontan ein in den zackigen Takt und geben grossen Applaus. Mit “Parting Glass” kommt die wirklich clever anrührend inszenierte Celtic- und Klassik-Schlager-Show von Celtic Woman ans Ende. So wie die ersten die Halle verlassenden Zuschauer scheinen es dann auch die Musikerinnen plötzlich eilig zu haben und die Zugabe wirkt am Schluss leider fast etwas hinten drangeklatscht.

Wer nicht dabei sein konnte in der Olympiahalle – hier haben wir ein paar Eindrücke von der Show für Euch zusammengestellt:

Wie unser Redakteur Tom das Konzert erlebt hat, lest Ihr in seinem Artikel “The Queens of Irish Kitsch“.

Und für Neugierige, die es leider in keines der deutschen Konzerte mehr schaffen ein Schmankerl: Celtic Womans Auftritt in Atlanta, USA, mit ihrem aktuellen Programm Believe – in voller Länge:

Tags: , , , , , , ,

abo-direkt.ch

Ein Kommentar auf "Wirbelnder Feenstaub: Celtic Woman in München"

  1. [...] unser Redakteur Tom das Konzert erlebt hat, lest Ihr in seinem Artikel “Wirbelnder Feenstaub – Celtic Woman in München“. Ähnliche Beiträge:Wirbelnder Feenstaub: Celtic Woman in MünchenChris de Burgh: Der [...]

Schreibe einen Kommentar

Achtung: Mit Abgabe eines Kommentars erkläre ich mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse ausschließlich zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.
Ihre Daten werden dabei mit den Daten bekannter Spamversender abgeglichen und vier Tage gespeichert, eine weitere Verwendung ihrer Daten findet nicht statt.
Weitere Informationen zur Funktionsweise von Akismet und Widerrufsmöglichkeiten..