Robinson: “McGuinness’ Rolle am Bloody Sunday soll untersucht werden”

7. Juli 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Der nordirische First Minister hat sich offen dafür ausgesprochen, dass im Rahmen einer offiziellen Untersuchung der Vorgänge des als “Bloody Sunday” in die Geschichte eingegangenen Blutbades an 14 unbewaffneten Zivilisten in Derry im Januar 1972, auch die Rolle seines heutigen Stellvertreters Martin McGuinness beleuchtet werde. “Martin McGuinness hat bereits zugegeben, dass er an diesem Tag im paramilitärischen Einsatz war. Wenn wir also die Rolle der Armee untersuchen, müssen wir auch die Rolle der IRA untersuchen.”

Der Bericht der unabhängigen Saville-Kommission, die die Vorgänge rund um die 14 Toten des “Bloody Sunday” untersucht hatte, kam zu dem Schluss, dass die Verantwortung für die Geschehnisse auf Seiten der Armee lägen und die IRA an den Ereignissen keine Schuld treffe.

Ebenso stellte der Bericht fest, dass Martin McGuinness, damals im Alter von 21 Jahren stellvertretender IRA-Kommandeur von Derry, zu seinen Aktivitäten an jenem Tag falsche Angaben gemacht habe. Doch obschon McGuinness damals mit einer Maschinenpistole bewaffnet gewesen sei, stellte der Saville-Bericht fest, habe er sich an keinen Aktivitäten beteiligt, die irgendeinem Soldaten eine Rechtfertigung für die Eröffnung des Feuers gegeben hätte.

Da die Untersuchungen der Saville-Kommission juristisch keine Beweiskraft haben, will die nordirische Polizei nun ihrerseits eine Untersuchung der damaligen Vorgänge einleiten. Diese sollte, so First Minister Peter Robinson auch die Rolle seines Stellvertreters Martin McGuinness untersuchen, der damals als IRA-Kämpfer aktiv gewesen sei. “Wie soll man eine Untersuchung dieser Fakten verhindern, wenn man andererseits gegen die damals aktiven Soldaten ermittelt?”, so Robinson.

McGuinness selbst sieht in den Verweisen auf ihn vor allem Ablenkungstaktiken. “Ich halte die Kommentare unionistischer Politiker im Hinblick auf die Entscheidung der Polizei, die Ereignisse des Bloody Sunday zu untersuchen, für Versuche, die Aufmerksamkeit von den Aktionen des Fallschirmjäger-Regiments an jedem Tag abzulenken”, erklärte McGuinness. “Es ist offensichtlich, dass sie keine Mordermittlungen gegen die Fallschirmjäger wollen.”

Insgesamt 30 Beamte sollen der Untersuchungskommission angehören, deren Arbeitsdauer auf mindestens vier Jahre veranschlagt wird. Wann die Einheit ihre Arbeit aufnehmen soll, ist zur Zeit noch unklar.

via breakingnews.ie
Bildnachweis: wikipedia

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