Preis der Schönheit

16. Juli 2012 | Von | Kategorie: Gesellschaft

Bald auch in Irland?

In Amerika sind sie eine riesige Gelddruckmaschine für Veranstalter, Visagisten, Schneider und ehrgeizige Mütter: Schönheitskonkurrenzen für kleine Kinder, die dann wie die Großen mit einer antrainierten Blend-a-med Grinse-Fratze über den Laufsteg dackeln, Schärpen ungehängt und Schecks überreicht bekommen und dann für den nächsten “Beauty Pageant” oder die Fernsehshow “Toddlers and Tiaras” gedrillt werden. Doch wo europäischen Kinderschützern das kalte Grausen kommt, sind amerikanische Mamis schmerzfrei.

Auch in Irland gibt es Schönheitswettbewerbe für Kinder, doch hier steht vor allem der Spaß im Vordergrund. Katie Lambert (5) aus Dublin beispielsweise hat schon an einigen solchen Wettbewerben teilgenommen und darf sich “Leinster’s Supreme Beauty Queen” und “Grand Supreme Emerald Queen” nennen.

Im Herbst nun will der in Texas ansässige Veranstalter “Universal Royalty Beauty Pageant” im November erstmals einen Schönheitswettbewerb amerikanischer Couleur in Irland stattfinden lassen. Laut Unternehmenssprecherin Annette Hill hätten über 300 Eltern aus Irland darum gebeten, auch auf der grünen Insel einen Wettbewerb auszurichten.

Doch in Irland scheint die Nachfrage nach den Beautys im Kindergartenalter weniger groß zu sein, als es sich “Universal Royalty Beauty Pageant” erhofft hat. Bei der Suche nach einem Veranstaltungsort fingen sich die Veranstalter gleich drei Absagen renommierter Hotels an – man fürchte Demonstrationen von Gegnern der Bewerbe, hieß es.

Zwischenzeitlich ist wohl eine Location gefunden, doch auf den offiziellen Terminkalendern auf der Website der Veranstalter taucht kein Event in Irland auf. Offensichtlich hat man doch Respekt vor der wenig freundlich gesinnten Öffentlichkeit. Wie Sprecherin Annette Hill mitteilte, werde der geplante Schönheitswettbewerb nun als auschließlich “private Veranstaltung für Teilnehmer und Angehörige” abgehalten.

Katie Lambert jedenfalls wird nicht über den Laufsteg der “Universal Royalty Beauty Pageant” schweben. Mama Linda kann der Art der amerikanischen Wettbewerbe nichts abgewinnen, die sich ihrer Ansicht nach völlig von den irischen unterscheiden. “Das einzige, was diese Veranstaltungen gemeinsam haben, ist dass es am Ende eine Krone gibt, sonst ist nichts gleich!”

Irische Wettbewerbe seien ein lustiger Tag für Mama und Tochter, die Kinder hielten sich an der Hand, wenn sie über die Bühne stolzieren – “Da gibt es keine Konkurrenz”. Auch die Geldpreise, in den USA üblich, gebe es in Irland nicht, so Lambert. Stattdessen gibt es Spielzeug für die Kinder. “Da geht kein Kind ohne Preis nach Hause”, so Linda Lambert.

Doch ob nun irische oder amerikanische Kinderschönheitskonkurrenzen – ganz frei von mütterlichem Ehrgeiz scheint auch Mama Lambert nicht zu sein, denn nach drei Siegen bei vier Wettbewerben ist Töchterchen Katie nun bei der Talentagentur “Star4Now” unter Vertrag.

via Irish Central
Bildnachweis: flickr.com / Phil Rose (CC-Lizenz)

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FTI Touristik

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