Aer Lingus: “Ryanairs Angebot verkennt unseren Wert”

18. Juli 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Gestern hatte Ryanair nun sein neustes Übernahmeangebot für Aer Lingus auf den Tisch gelegt: 694 Millionen Euro bietet Michael O´Leary für seine Heimat-Konkurrenz. Die Direktoren von Aer Lingus raten ihren Aktionären jedoch vom Deal ab: Ryanair ziehe sie mit seiner Werteinschätzung über den Tisch. Ein grosser Aktionär, der irische Staat, könnte aber momentan Cash für die Portokasse brauchen.

Nach Einschätzung des Ryanair-Chefs O´Leary soll sein Angebot von 694 Millionen Euro um über 38 Prozent über der aktuellen Marktkapitalisierung von Aer Lingus liegen. Dieser These widersprechen die Direktoren von Aer Lingus heftig. In einem Statement heute Morgen sagte der Vorstand seinen Aktionären: “Aer Lingus ist eine robuste und profitable Airline mit einem funktionierenden Businessmodell, präsentiert gute Zahlen und ist als Marke international bekannt. Ihr Vorstand ist einstimmig der Meinung, dass Ryanairs Angebot von 1,30 Euro pro Aktie, um die Kontrolle bei Aer Lingus zu übernehmen, unterbewertet Aer Lingus grundlegend und repräsentiert einen heftigen Rabatt auf das, was an Wert in dieser Firma steckt.”

Ausserdem argumentiert der Aer Lingus Vorstand, sei das Angebot weder ernstzunehmen noch könne die Transaktion zu einem Abschluss kommen, schon aus Wettbewerbsgründen: Der gestrige Vorstoss Ryanairs ist bereits das dritte Mal, dass O´Leary versucht, die heimische Konkurrenz auf seine Seite zu ziehen. 2006 war das letzte Gebot von der Europäischen Kommission auf Sorge über Wettbewerbsverzerrungen gestoppt worden. Nach Meinung von Aer Lingus´Rechtsberatern ist es sehr wahrscheinlich, dass auch das neue Übernahmeangebot hieran scheitern werde.

Abgesehen davon ginge Signalwirkung vor Allem davon aus, wenn der irische Staat seine Anteile an Ryanair verkaufen würde. Mit 25 Prozent an Aer Lingus beteiligt, würde die öffentliche Hand auf einen Schlag 174 Millionen Euro einnehmen, wenn das Ryanair-Angebot Bestand hätte. Und Irland hatte bereits der Troika angekündigt, seine Aktien zu Geld zu machen und so Schulden zu tilgen. Ryanair jedenfalls glaubt daran, dass es diesmal klappen könnte, da die Lage in der europäischen Airlinebranche sich in den letzten Jahren verändert habe, so Ryanairs CEO.

via: Business ETC.

Bildnachweis: Aer Lingus

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