Kredithaie unter Artenschutz?

19. Juli 2012 | Von | Kategorie: Politik

Gestern scheiterte im Dáil die Sinn Féin mit ihrem Vorschlag, die Zinsen, welche fragwürdige Geldverleiher nehmen dürfen, gesetzlich einzugrenzen. Bei 40 Prozent Zinsen auf diese Art Kredite sollte Schluss sein. Die Regierung fand das nicht und lehnte den Antrag ab.

Skrupellose Geldverleiher, welche die Not der Armen ausbeuten – ein Sujet, das man aus Reportagen aus der dritten Welt kennt, ein Thema im keltischen Tiger Irland? Ja, in der seit Platzen der globalen Immobilienblase angebrochenen Wirtschaftskrise sind diese Geschäftemacher auch hier ein wachsendes Problem. Der Gesetzesantrag der Sinn Féin zum Konsumentenkredite-Gesetz sollte dem noch nicht einmal wirklich einen Riegel vorschieben – bei 40 Prozent Zins sollten professionelle Geldverleiher aber künftig genug haben. Im Vergleich zu Banken und deren Konditionen sind solche Zinsen zwar immernoch Wucher, aber auch in Irland gibt es von akuter Armut Betroffene, denen Banken die Tür vor der Nase zuwerfen und die sich verzweifelt Geldverleihern an den Hals werfen.

Die Regierung aus Labour und Fine Gael sagte gestern im Dáil, eine gesetzlich Regulierung der Zinsen verlagere solche Geschäfte nur in dunkle Hinterhöfe, wo sie noch schwerer zu kontrollieren seien. Deshalb lehnte die Regierungsmehrheit im Plenum den Sinn Féin Vorschlag ab, mit 88 zu 48 Stimmen. Finanzminister Michael Noonan sagte, er sei sich der Situation derer, die solche Dienste in Anspruch nehmen müssten, sehr wohl bewusst. Er schlug vor, die Zentralbank solle mit Schaffung grösserer Transparenz bei Kreditzinsen das Problem angehen. Was Noonan dabei verschweigt: Bessere Konditionen bekommt das Zielpublikum der Geldverleiher sowieso nirgends, mangels Bonität.

via: RTÉ

Bildnachweis: flicr, by Travis Truman, CC-Lizenz

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