Online-Archiv ermöglicht Blick hinter die Kulissen des Easter-Rising

8. August 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Berichte aus erster Hand rund um die Zeit des Easter Rising 1916 gibt es ab sofort online zu bestaunen. Es sind sehr persönliche Augenzeugenberichte, die das Defence Forces’ Bureau of Military History Anfang der Woche für jeden zugänglich ins Netz gestellt hat. Lange Jahrzehnte war das Material als “zu heikel” weggesperrt gewesen.

Die Berichte der Zeitzeugen erzählen die Vorkommnisse, die zur Gründung der Republik geführt haben, aus der subjektiven Sicht von damaligen Mitgliedern der IRB, Cumann na mBan, Sinn Féin, und der Irish Citizen Army. Da die Unterlagen als äusserst delikat galten, verschwanden die Berichte Jahrzehntelang in der hintersten Ecke des Ministeriums des Taoiseach. Nun kann sich unter bureauofmilitaryhistory.ie jeder eine eigene Meinung bilden.

Auf der Internetseite finden sich 1773 Augenzeugenberichte, 334 Sammlungen zeitgenössischer Dokumente, 42 Fotosammlungen und zusätzlich 13 Sprachaufzeichnungen, die der Staat zwischen 1947 und 1957 gesammelt hatte. Die Mehrzahl der Beiträge kommt von einfachen Bürgern, die in den genannten Organisationen Dienst taten, während zum Beispiel der Osteraufstand ausbrach, der erste Dáil zusammen kam und auch als der Unabhängigkeitskrieg 1919 begann. Aber es sind auch prominente Personen zu finden: Die Witwe Eamonn Ceannts, der einer der Anführer des Easter Risings war, Unterlagen des Labour Anführers William O´Brian und von William T. Cosgrave.

Das Defence Forces’ Bureau of Military History war 1947 gegründet worden. Der damalige Verteidigungsminister Oscar Traynor beauftragte die Agentur, Dokumente und anderes Material zu sammeln, das die Geschichte der Anfänge der Republik darstellt, von der Gründung der Irish Volunteers bis Juli 1921. Leider gibt es aber auch schwarze Flecken auf dieser Geschichtslandkarte: So weigerte sich Éamon de Valera, ein Interview zu geben. Er fand, seine Stimme sei bereits ausreichend dokumentiert. Ausserdem gab es in den 1940er und 50er Jahren eine gewisse Scheu, weitere Augenzeugen herauszufinden. Die Geschichte sei damals einfach noch zu frisch gewesen. Aus ähnlichen Gründen fehlen auch detaillierte Aussagen von Tom Berry, dem IRA-Führer, der im Unabhängigkeitskrieg in West Cork kämpfte.

via: Irish Examiner

Bildnachweis: bureauofmilitaryhistory.ie, eigener screenshot

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