Referendum zu neuen Kinderrechten: Ministerin wirbt für Reform

20. September 2012 | Von | Kategorie: Gesellschaft

Frances Fitzgerald, die Ministerin für Familie und Kinder, hat gestern einen Entwurf zu neuen Kinderrechten vorgestellt: Da es sich um eine Verfassungsänderung handelt, wird es darüber am 10. November eine Volksabstimmung geben. Kinder sollen durch die Ergänzung der Verfassung unter Anderem mehr selber entscheiden dürfen, aber auch der Staat soll mehr Eingriffsrechte erhalten.

Der neu vorgeschlagene Artikel 42a wird erstmals die grundlegenden Rechte aller Kinder festschreiben und deren Schutz sichern. Angst vor künftigen staatlichen Eingriffen ins Familienleben versuchte Ministerin Fitzgerald zu zerstreuen: “Wie müssen offen zugeben, dass Kinder in ihren Familien leiden können und benötigen sowohl starke als auch verhältnismässige Antworten darauf. Es geht nicht darum, Eltern in die Erziehung hineinzureden.”

Die andere Seite der neuen Kinderrechte sind verstärkte Möglichkeiten der Mitsprache seitens der Kinder selber: So soll ein Kind bei Verhandlungen vor dem Familiengericht seine eigene Sicht der Dinge stärker als bisher zu Gehör bringen können. Da eine Gerichtsverhandlung eine starke Belastung für ein Kind darstelle, kann dies auch durch einen Vertreter des Kindes geschehen. Im Extremfall, wenn also eine Familie dauerhaft dem Kind Schaden zufügt, kann ein Kind sogar selber beantragen, zur Adoption freigegeben zu werden. Dies war zuvor nicht möglich.

Die seit langem erwartete Reform der Kinderrechte in Irland wird von einer breiten Unterstützung getragen, seien es Kinderrechtsorganisationen, Menschenrechtler oder auch die Opposition im Dáil. Auch der Taoiseach Enda Kenny ist überzeugt: “Viel zu lange war es in Irland so, dass man Kinder zwar sehen, aber nicht hören sollte. Am 10. November haben wir die Chance, dies zu ändern.”

via: Belfast Telegraph

Bildnachweis: flickr, by Maria Clara de Melo Costa, CC-Lizenz

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