Luka’s Samen geht auf

21. September 2012 | Von | Kategorie: Jetzt lesen

Schon mal was von Kevin Barry Moore gehört? Nicht? Sollten sie aber, denn der Name bürgt für Qualität, musikalisch gesehen. Aber vielleicht klingelt es ja beim Stichwort Luka Bloom? Auch nicht? Dann haben sie definitiv etwas verpasst, diesen Mittwoch im Münchner “Ampere”. Denn dort gab sich Folk-Rock-Liedermacher Luka Bloom ein Stelldichein mit rund 150 treuen Fans.

Champions-League-Spiele und Unfälle auf der Autobahn sind klassische Feinde des Konzertberichterstatters,so er wie ich aus Augsburg nach München anreist. Und so husche ich erst mit 15 Minuten Verspätung ins Ampere, wo das Publikum sich schon zu den sanften Klängen von Tribe, Titelsong des gleichnamigen Albums aus dem Jahr 2007 wiegt. Eigentlich bin ich schon zu spät für die Fotos, aber die Dame am Einlass sorgt dafür, dass ich noch ein paar Schüsse des Künstlers einfangen kann.

Für mich ist es das erste Live-Konzert mit Luka Bloom und unwillkürlich vergleiche ich den Mann dort auf der Bühne mit seinem Bruder Christy Moore. Die Stimmen ähneln sich frappierend, beide haben schon mit Bands gespielt, bevorzugen heute aber den Solo-Auftritt und beide begleiten sich beim Gesang mit der Gitarre. Doch das war es auch schon mit den Ähnlichkeiten.

Da steht der 57-jährige vor seinem Publikum, mit geschlossenen Augen und spielt seine Songs. Seine Texte beschäftigen sich mit aktuellen Themen, doch statt direkt zu kritisieren erzählt Bloom einfach eine Geschichte. Da ist zum Beispiel die bewegende Reise von Mohammed, der vor dem Militärdienst in seiner nordafrikanischen Heimat flieht und nach einer Odyssee durch Europa im Westen Irlands Frieden findet.

Aktueller aber nicht minder emotional ist es, wenn Bloom auf den letztjährigen Besuch der Queen in Irland anspielt. Zunächst habe ihn der Besuch nicht interessiert, erzählt der Sänger, er habe der Queen bestenfalls gewünscht, sie möge gesund nach Hause zurückkehren. Doch eine Geste der Queen änderte Blooms Sichtweise, daraus entstand der eindrucksvolle Song “A seed was sown”, der auf dem neuesten Album “This new morning” Eingang fand.

Es ist eine kleine, intime Runde, die im Ampere in München zusammengekommen ist. Geschätzte 150 Fans sind gekommen, um Luka Bloom live zu hören und sie werden nicht enttäuscht. Über zwei Stunden spielt Bloom Klassiker und Lieder seines neuen Albums, scherzt mit dem Publikum und man hat den Eindruck, da steht jemand, der sich nichts Schöneres vorstellen könnte, als just in diesem Moment, hier auf der Bühne zu stehen.

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