Kontroverse um “Primary Care” Standorte: Gesundheits-Staatssekretärin Shortall tritt zurück

27. September 2012 | Von | Kategorie: Letzte Meldung

Gesundheits-Staatsekretärin Róisín Shortall ist gestern von ihrem Posten im Gesundheitsministerium, aber auch von ihrer Funktion als Labour-Fraktionsvorsitzende zurückgetreten. In einem Konflikt um neue ambulante Gesundheitszentren hatte Shortall ihrem vorgesetzten Minister, James Reilly von Fine Gael, vorgeworfen, die Standorte willkürlich bestimmt zu haben. Zwei der neuen Zentren hatte Reilly zudem seinem eigenen Wahlkreis “zugeschustert”. Da eine Antwort seitens des Ministers ausblieb, nahm Róisín Shortall nun gestern ihren Hut.

Róisín Shortall, eine Frau von Format: Bis zur Staatsekretärin im Gesundheitsministerium und zur Fraktionsvorsitzenden ihrer Partei im Dáil hatte sie es gebracht. Gestern beendete sie selber ihre Karriere bis auf Weiteres abrupt. Sie sagte: “Es war für mich nicht mehr möglich, meine Rolle als Staatseketärin auszufüllen.” In der Auseinandersetzung um die Standortauswahl von 15 neuen, sogenannten “Primary Care” Zentren, war Shortall ihrem Chef, Gesundheitsminister Reilly, gehörig auf den Schlips getreten: Er habe die zusätzlichen Standorte willkürlich verteilt, an Orten, die nicht als dringend zu stopfende Versorgungslücken galten, so Shortall. Unter Anderem hatte Minister Reilly seinem eigenen Wahlkreis gleich zwei neue Primary Care Centres gegönnt, ebenfalls an nicht unterversorgten Orten.

Der Konflikt schwelte bereits ein Weile und noch am Samstag betonte Tánaiste Eamon Gilmore, die Spannungen im Gesundheitsministerium würden von der Öffentlichkeit überspitzt wahrgenommen. Die Nachricht von Shortalls Rücktritt überraschte Gilmore nun in New York, während seiner Reise zur UNO. Er sei “sehr enttäuscht” von Shortalls Rücktritt, gab ihn ein Ministeriumssprecher wider. Auch Taoiseach Enda Kenny bedauerte Shortalls Entscheidung und würdigte besonders ihren Einsatz bei der Bekämpfung der Alkoholsucht.

Nach einem letzten Treffen gestern, zwischen Shortall und Reilly, hatten beide bekundet, die Gespräche seien sehr angespannt und schwierig gewesen. Danach hatte Shortall offenbar keine Möglichkeit mehr gesehen, die Sache zufriedenstellen beizulegen. So blieb für sie nur der Rücktritt. Laut der Irish Times gibt es inzwischen Stimmen, die sagen, hier sei die verkehrte Person über die Klippe gesprungen.

In den sogenannten “Primary Care Centres”, ambulanten Gesundheitsstationen, gibt es in Irland verschiedene Angebote, die vom Allgemeinarzt über den Zahnarzt bis zum Psychologen und Physiotherapeuten reichen. Aber auch eine Gemeindeschwester oder ein Sozialarbeiter kann dort konsultiert werden. In den ambulanten Zentren werden etwa 7000-10000 Bürger soweit wie möglich vor Ort betreut. Dabei arbeiten die Spezialisten jeder Station eng zusammen, womit der Gang ins Krankenhaus vermieden werden soll.

via: RTÉ

Bildnachweis: flickr, by Irish Labour Party, CC-Lizenz

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