Grundschulen: Rentner vor Referendaren?

13. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Bildung, Jetzt lesen

Viele soeben mit der Ausbildung fertiggewordene Junglehrer finden an den Grundschulen Irlands keine Anstellung. Gleichzeitig werden Pensionäre aus dem Ruhestand geholt als Springer. Dabei sollten inzwischen neu erlassene Verordnungen dies schon jetzt verhindern – offenbar jedoch ohne Erfolg.

Seit Anfang des neuen Schuljahres sind schon in 140 Fällen Fällen pensionierte Lehrer für kranke Kollegen oder Kolleginnen im Schwangerschaftsschutz eingesprungen. Diese Springer werden zwar oft auch nur für einen Tag eingesetzt, aber solche Vertretungen dienen vielen jungen Lehrern als die erste Sprosse auf der Karriereleiter. Extra zu diesem Zweck waren die Regeln nochmals verschärft worden, nach denen die Rektoren Vertretungsstunden an externe Kollegen vergeben dürfen: Nur, wenn ein Schulleiter keinen passenden arbeitslosen Junglehrer finden kann, um seinen kranken Angestellten zu ersetzen, darf ein Pensionär eingesetzt werden.

Die Regeln waren geändert worden, um sicherzustellen, dass jede verfügbare Stelle an einen der jährlich etwa 1800 frisch ausgebildeten Grundschullehrer geht. Feste Stellen gab es dieses Jahr nur 600 neu. Bildungsminister Ruairi Quinn sagte, es sei enttäuschend, dass manche Schulleitungen weiterhin Rentner jungen oder momentan arbeitslosen Lehrern vorzögen. Die Vorschrift sei unmissverständlich formuliert.

Auch die Generalsekretärin der Irish National Teachers´Organisation “INTO”, Sheila Nunan, sagte dieser Zustand sei unentschuldbar: “Es gab eine Zeit, in der Schulen für solch kurzfristige Vertretungen auf pensionierte Lehrer angewiesen gewesen seien. Aber heutzutage gibt es hunderte komplett ausgebildete Lehrer, die zur Verfügung stehen. Manche von diesen haben dieses Schuljahr noch keine einzige Schulstunde leiten können.” Nunan rief das Bildungsministerium auf, an dieser Stelle aktiver einzugreifen.

via: Independent.ie

Bildnachweis: flickr, by BurningQuestion, CC-Lizenz

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