Union Jack-Krawalle in Belfast erreichen neuen Höhepunkt

13. Januar 2013 | Von | Kategorie: Letzte Meldung

Am Samstag erreichten die seit Anfang Dezember andauernden Unruhen in Belfast ihren bisherigen Höhepunkt: Bei Krawallen im republikanisch gesinnten “Short Strand” Viertel nahe der Stadtmitte kam es gestern bei Zusammenstössen zu 29 Verletzten unter den Polizisten der PSNI. Der Konflikt dreht sich um die Entscheidung des Stadtrats, dass der Union Jack auf dem Dach des Rathauses nicht mehr ganzjährig wehen soll.

“Soll Grossbritannien in Belfast Flagge zeigen oder nicht?” – diese Frage hatten die Stadträte Anfang Dezember zu entscheiden. Das Ergebnis, den Union Jack künftig nur noch an wenigen bestimmten Tagen im Jahr zu hissen, scheint im Moment zu einer schwarzen Flagge auf der Zielgeraden zum Frieden zu werden. Seit gut vier Wochen dauern nun schon die teils gewalttätigen Demonstrationen in Belfast an, mit denen Unionisten gegen die empfundene Herabsetzung ihres Gemeinschaftssymbols ankämpfen.

Gestern kam es erneut zu Krawallen, den schwersten bisher: Als die PSNI einige hundert loyalistische Demonstranten auf ihrer Demo-Route am traditionell republikanischen Viertel “Short Strand” vorbei eskortierten, steckten die Polizisten plötzlich im einen Hagel aus Wurfgeschossen fest, zwischen aufgebrachten Nationalisten und den Demonstranten. Die Polizei hatte teils Schwierigkeiten, die Mengen auseinander zu halten. Bei diesen Auseinandersetzungen wurden 29 Polizisten verletzt, vier mussten sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Bei diesen neuen Unruhen wird auch ganze ziviele Leben der Bürger in Mitleidenschaft gezogen. So fanden sich gestern Autofahrer plötzlich inmitten von Strassenschlachten wieder. Ebenfalls gestern in Belfast störte die Entschärfung einer Rohrbombe den Bahnbetrieb und Anwohner mussten ihre Häuser bis nach der Entschärfung verlassen.

Nächste Woche, wenn das nordirische Parlament aus den Weihnachtsferien zurückkehrt, werden sich Peter Robinson, Martin Mc Guinness, Nordirlandministerin Theresa Villiers und Tánaiste Eamonn Gilmore treffen, um die Lage zu besprechen und ein Zeichen der Einigkeit zu zeigen.  Aussenminister und Tánaiste Eamon Gilmore erklärte in seiner gestrigen Pressemitteilung: “Bekannte kriminelle Elemente stiften hier zu gewalt an, um Chaos zu erzeugen. Dabei geht es ihnen nicht um echte Lösungsfindung rund um aktuelle Fragestellungen, wie die der Flagge oder Identitätsfragen in einer gemischten Gesellschaft”.

via: RTÉ und merrionstreet.ie

Bildnachweis: flickr, by Sineakee, CC-Lizenz

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