Trinkerschein bringt Moderator auf die Palme

27. Januar 2013 | Von | Kategorie: Letzte Meldung

Irland_Guinness_Pints_Flickr_FredericPoirot_CCAls Bürger wünscht man sich nicht selten, Journalisten würden den von ihrer eigenen, vermeintlichen Strahlkraft geblendeten Politikern öfter mal eben den Blödsinn vorhalten, den sie in Ausschüssen und gerne auch im Plenum verzapfen. Radiomoderator Ray D’Arcy hat seinen Hörern diese Woche eben diesen Gefallen getan und dem County Councillor von Kerry Danny Healy-Rae deutlich seine Meinung gesagt. Grund für den Wutausbruch des Moderators war der Antrag Healy-Raes, das Justizministerium solle gewissermaßen Trinkerscheine ausstellen, die Bewohner ländlicher Regionen zu erhöhtem Alkoholkonsum und anschließender Autofahrt berechtigen.

Man kann Healy-Rae ja bis zu einem gewissen Punkt verstehen. Als Publican und Politiker in Personalunion, ist er dem trinkenden Anteil der Bevölkerung doppelt verpflichtet und natürlich ist es nicht ganz uneigennützig, dafür zu sorgen, dass die Bewohner von Gortnahaneboy West oder Ardtully nicht schon nach einem Pint of Plain den Heimweg antreten, sondern ordentlich gestärkt mit bis zu drei Pints den eigenen Rausch nach Hause chauffieren dürfen, ohne dass die örtliche Garda, die nur wenige Meter vom Healy-Rae’schen Pub ihre Wache hat, Einspruch erhebt.

Und so brachte Danny Healy-Rae, der Kneipe und politische Ambitionen vom Papa erbte im Kreise seiner County Council-Collegen den Antrag ein, man möge dem Justizminster Shatter nahelegen, den Bewohnern abgelegener Regionen Sondererlaubnisse zum Genuss von bis zu drei Pints auszustellen. Mit diesen “Trinkerscheinen” ausgestattet sollten die fröhlichen Zecher dann im eigenen PKW auf Nebenstraßen den Heimweg antreten dürfen ohne das wachsame Auge und deren Alkomaten fürchten zu müssen.

Die Chuzpe des cleveren Publican Healy-Rae brachte den Blutdruck des erklärten Streiters für mehr Sicherheit im Verkehr und Today FM-Moderators Ray D’Arcy Anfang dieser Woche so in Wallung, dass er kurzerhand auf die journalistische Neutralität pfiff und dem Kerryman mehr als deutlich seine Meinung sagte.

“Wo waren Sie eigentlich während der acht oder neun Jahre, in denen das Land über Verkehrssicherheit gesprochen hat?” platzte D’Arcy der Kragen “Wo waren sie als wir radikal versucht haben, die Toderate auf unseren Straßen zu verringern, weil jeder die direkte Verbindung von Trunkenheitsfahrten und Verkehrstoten sehen konnte?”

Genauso gut könne man Sondererlaubnisse fürs Rasen für alle die ausstellen, die es eilig haben nach Hause zu kommen, weil sie ihre Kinder den ganzen Tag nicht gesehen haben, argumentierte der Moderator. “Das ist doch lächerlich!”

Doch da war es für Healy-Rae, der von den Angriffen des Moderators überrascht wirkte, noch nicht ausgestanden, denn Ray D’Arcy legte noch kräftig nach. “Sie werden von den Bürgern von Kerry finaniert, die 100 Euro Household Charge zahlen mussten. Die zahlen das County Council dafür, dass Menschen wie Sie mit hirnverbrannten Idee daherkommen und unser aller Zeit verschwenden!”, warf er Healy-Rae und warf diesen mit den Worten “Ich muss mich verabschieden. Dies ist meine Show, Viel Glück!” aus der Leitung.

Das kurze Interview lässt sich (noch) auf der Seite von today FM nachhören. -> Ray D’Arcy Show -> Dienstag -> Teil 1 ab 11’30”

via Irish Examiner
Bildnachweis: flickr.com / Frederic Poirot (CC-Lizenz)

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